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Die Kunst des Dialogs

Gedenkschrift für Michael Fischer

Stephan Kirste, Hanna Maria Kreuzbauer, Ingeborg Schrems, Michaela Strasser and Silvia Traunwieser

Das Buch ist dem am 1. Juni 2014 verstorbenen Salzburger Rechts- und Sozialphilosophen Michael Fischer gewidmet. Die Beiträge würdigen die Person und Bedeutung Michael Fischers und bilden seine wichtigsten Interessensgebiete schwerpunktartig ab. Die Autorinnen und Autoren behandeln dabei ein breites Themenspektrum, das sich von Mozart-Opern über Humanität und Moral bis zu wirtschaftlichen, politischen und rechtsphilosophischen Fragen spannt.

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Die Analyse eines Dialogs – Fortpflanzungsmedizin in Österreich (Silvia Traunwieser)

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Silvia Traunwieser

Die Analyse eines Dialogs – Fortpflanzungsmedizin in Österreich

Michael Fischers umfassendes und vielfältiges Wirken mit einem Aufsatz gerecht zu werden, scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Nichts desto trotz soll der Versuch unternommen werden, einen seiner vielen Dialoge fragmentarisch aufzuzeigen. Als Mitglied der Bioethikkommission gestaltete er in Stellungnahmen und Empfehlungen medizinische, rechtliche und ethische Aspekte mit, die nicht nur als Grundlage für Gesetze dienten,1 sondern stärkte auch den Kommunikationsprozess zwischen Bioethikkommission, verschiedenen Institutionen und der breiten Öffentlichkeit2. Mehrere dieser Stellungnahmen3 bezogen sich auf die Reformbedürftigkeit des Fortpflanzungsmedizingesetzes, bedingt durch geänderte gesellschaftspolitische Gegebenheiten (Rolle der Frau, neue Lebens-/Partnerschaftsformen, Patchworkfamilien) wie auch zweier gerichtlicher Erkenntnisse4, die die österreichische Rechtslage unmittelbar betrafen. Die 2012 diesbezüglich veröffentlichte Stellungnahme zur „Reform des Fortpflanzungsmedizinrechts“ liefert neben naturwissenschaftlich-medizinischen Grundlagen die rechtlichen und ethischen Aspekte medizinisch unterstützter Fortpflanzung, die zusammengefasst in mehreren Empfehlungen resultieren.5 Die Einarbeitung dieser Empfehlungen erfolgte ← 217 | 218 → zum großen Teil im novellierten Fortpflanzungsmedizingesetz BGBl. 275/1992 i.d.F. BGBl. I 35/2015. Dieser Beitrag soll dazu dienen, die Umsetzung der Empfehlungen der Bioethikkommission in der Gesetzesnovelle des FMedG einerseits aufzuzeigen, und andererseits auf nach wie vor bestehende ethische Problembereiche (Ausschluss bestimmter Personengruppen von medizinischen Fortpflanzungsmöglichkeiten, Ausklammerung bzw. Negierung bestimmter Aspekte wie Leihmutterschaft, „social egg freezing“ oder „egg sharing“) und damit zusammenhängende rechtliche Lücken aufmerksam zu machen.

1. Rechtliche Perspektive

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