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Boccaccios «De mulieribus claris»

Einführung und Handbuch

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Heinz Willi Wittschier

Dieses Handbuch untersucht Boccaccios «De mulieribus claris» umfassend und kann so zeigen, dass sich das Werk über 106 besondere Frauen als «präfeministisch» erweist. Die unterstellte Misogynie Boccaccios ist einer Unkenntnis des lateinischen Originals oder eklektizistischem Umgang mit bloßen Fragmenten geschuldet. Umfassende Analysen von Übersetzungen und Forschungen erhellen jenen Irrtum: Boccaccio hatte, anders als Petrarca, ein bipolares Verständnis vom Menschen und setzte das Weltbild Plutarchs als gemeinsames Agieren von Männern und Frauen humanistisch fort. Vergleichende Blicke auf Christine de Pizans «Cité des Dames» zeigen, dass ein nur von und für Frauen vertretener Feminismus kein ausgewogenes Begreifen der Welt ermöglicht.

Das Handbuch schließt mit einer kommentierten Bibliographie zu Werk, Autor und angrenzenden Themenkreisen.

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5. Fünfte Annäherung an De mulieribus claris: Die Illustrationen der Editio princeps sowie der ersten gedruckten (= deutschen) Übersetzung (Ulm um 1473): „Das Beste, was damals in Deutschland an Holzschnitten erschien“. Geschichten über Frauen (auch) …

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5. Fünfte Annäherung an De mulieribus claris: Die Illustrationen der Editio princeps sowie der ersten gedruckten (= deutschen) Übersetzung (Ulm um 1473): „Das Beste, was damals in Deutschland an Holzschnitten erschien“. Geschichten über Frauen (auch) zum Anschauen. Die schöne Helena: Raub als ‘action’ wie in einem Comic. Sichtbare Sukzessivität des Narrativen.

„The early reception of the works of Giovanni Boccaccio (1313–75) can be traced graphically through the surviving manuscripts and fifteenth-century printed editions of his works. Those that are illustrated provide particularly valuable evidence, because as well as containing visualizations of the works which sometimes gloss the texts, they also show great diversity in artistic style. […]. They show that this reception was almost immediately European, not just Italian, and that Boccaccio’s Latin works were valued at least as highly as his vernacular ones.“ (Christopher C. Stevens, 2007: 39; ì F 106)

Vor etwa einem Jahrhundert, als das philologische bzw. romanistische Interesse an Boccaccios De mulieribus claris immer noch kaum wahrnehmbar war – d. h. lange nach den umfassenden Arbeiten von Attilio Hortis (1879; ↗ F 51) und den mannigfaltigen Studien von Laura Torretta (1902; ↗ F 66 f.) –, publizierte ein bayerischer Historiker die 79 Holzschnitte der Ulmer Editio princeps von 1473 separat, also ohne den literarischen Grundtext unseres Schriftstellers. Obwohl die Auflage damals 1200 Exemplare umfasste, ist das broschierte ‘Album’ heute sehr rar. Jene kaum bekannte Publikation unterstrich erstmals die Bedeutung der Bildillustrationen zu DMC an sich und setzte einen Akzent in der Betrachtung des Buches,...

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