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Psychologie und Totalitarismus

Die Abwendung vom Humanitätsgedanken in der Psychologie und die Folgen (ca. 1895–1945)

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Susanne Guski-Leinwand

Die große historische und politische Frage: «Wie konnte das geschehen?» erhält auf Basis dieses Buches eine Antwort aus psychologischer Sicht. Die Autorin präsentiert neue Aspekte in der Totalitarismus-Forschung: Sie stellt die Bedeutungen psychologischer Ansätze und ihr Hineinwirken in politische Konzepte bis hin zum Nationalsozialismus dar und analysiert sie in ihren Zusammenhängen. Sie untersucht, bis zu welchem Moment die Psychologie in Deutschland sich dem Humanitätsgedanken verpflichtet sah und wann bzw. wodurch sich dieses änderte. So konnten z. B. ein psychologischer Darwinismus, organisches Denken und antisemitische Positionen Einzug halten. Bisher unbekannte politische Konzepte bedienten sich der Psychologie und umgekehrt, schließlich opferte man den Humanitätsgedanken. Prominente Fachvertreter des 20. Jahrhunderts trugen unterschiedlich stark hierzu bei. Das Buch stellt Konzepte und Beteiligte in ihren zugehörigen Kontexten vor. Ein bisheriger «weißer Fleck» der Geschichte erhält Konturen.

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Vorwort

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Die vorliegende Publikation stützt sich in wesentlichen Teilen auf die Habilitationsschrift der Autorin mit dem Titel „Die Abwendung vom Humanitätsgedanken in der Psychologie und die Folgen für „Wissenschaftlichen Antisemitismus“, ‚Ganzheit‘ und Totalitarismus“. Die Habilitationsschrift wurde im Dezember 2013 an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena eingereicht und angenommen. Die nun vorliegende Publikation stellt eine überarbeitete und durch neuere Forschungsergebnisse ergänzte Version der Habilitationsschrift dar. Es sind einzelne Kapitel erweitert, in ihrer Gestaltung konkretisiert worden, auch sind einzelne Archivalien und Literatur zusätzlich aufgenommen worden. Auch das Fazit wurde überarbeitet und die für die Forschung resultierenden Herausforderungen dargestellt.

Die Ausführungen in den verschiedenen Kapiteln zeigen, welch verheerende Wirkungen von einem heuristisch angelegten Ideen- bzw. Paradigmenwechsel ausgehen können: Es wird dargelegt, wie die Idee der Humanität zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der Idee der organischen Organisation weitgehend abgelöst wurde. Diese Idee zog verstärkt seit dem Ersten Weltkrieg in eine Vielzahl von Wissenschaftsgebieten ein und wurde auch in die Psychologie integriert. Wissenschaft konnte auf dieser – ideengesteuerten – Basis sehr leicht politisch dienstbar gemacht und für die Umsetzung totalitärer Staatsziele genutzt werden. Schwerpunktmäßig werden in der vorliegenden Untersuchung die Verquickungen der Psychologie mit politischen Konzepten sowie der Bezug zur organischen Denkweise aufgezeigt und unbekannte Quellen mit ihrem Bezug zur Psychologie ausführlich diskutiert.

Verschiedene Hinweise bildeten für die vorliegende Ausgabe wertvolle Ergänzungen. Namentlich sei hierfür besonders den Herren Professoren Wolfgang Frindte, Uwe Ho...

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