Show Less
Restricted access

Nutzung gestaltet Raum

Regionalhistorische Perspektiven zwischen Stormarn und Dänemark

Series:

Oliver Auge and Norbert Fischer

Der Band versammelt in sich die Beiträge einer interdisziplinär angelegten, von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel/Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein, der Universität Hamburg/Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie und der Stadt Ahrensburg veranstalteten Gemeinschaftstagung. Die einzelnen Beiträge beleuchten aus politik-, sozial-, wirtschafts-, umwelt-, kultur- und mentalitätsgeschichtlicher Perspektive die Region Stormarn zwischen den Hansestädten Hamburg und Lübeck, die über Jahrhunderte im Spannungsfeld unterschiedlicher Herrschaftsansprüche und Einflusssphären lag.

Show Summary Details
Restricted access

Stormarn im Mittelalter: Bevölkerung, Herrschaft, Siedlung und Ressourcennutzung (Günther Bock)

Extract

← 44 | 45 →

Günther Bock

Stormarn im Mittelalter: Bevölkerung, Herrschaft, Siedlung und Ressourcennutzung

Nahezu durchgehend versteht die historische Literatur ab 1110/11 die Schaumburger als Grafen von Holstein, die von Hamburg ausgehend aufgrund wiederholter militärischer Erfolge nördlich der Elbe ihre Landesherrschaft auszubauen vermochten. Hierbei mussten sie sich vor allem gegen Slawen (abwertend „Wenden“ genannt), Dänen und regionale nordelbische Kräfte durchsetzen. Die vorher regierenden Hamburger Grafen werden meist, zumal im Gegensatz zu den frühen Schaumburgern, als schwach und unbedeutend dargestellt und für die Zeit ab 1110 für ausgestorben erklärt.1 Den Schaumburgern hingegen bescheinigte man den „Aufbau einer neuen Grafengewalt“, die Nordelbien „strukturell voll vergleichbar mit den Gebieten des alten Reiches südlich der Elbe“ machte.2

In der Zeit vor dem Auftreten der Schaumburger wird nördlich der Elbe eine „(burggesessene) Herrenschicht“ in Abrede gestellt; sie „gab es in dem noch nicht feudalisierten Nordelbien nicht“.3 Doch die Archäologie brachte Ergebnisse, die das Gegenteil besagen. Bislang 17 identifizierte Ringwälle belegen im nordelbischen Sachsen eindrucksvoll ab der Wende zum 9. Jahrhundert die Existenz mächtiger Herren. Entsprechend lassen sich die gesellschaftlichen Verhältnisse nördlich der Elbe nicht signifikant von denen südlich des Stroms unterscheiden.4 Die mächtigen Herren der Burgen stützten sich auch hierzulande auf die Grundherrschaft als Fundament mittelalterlicher Herrschaftsausübung. Deren Existenz wurde für die nördlich der Elbe gelegenen Landstriche gleichfalls bestritten – ungeachtet früherer Belege zu Hufen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.