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Nutzung gestaltet Raum

Regionalhistorische Perspektiven zwischen Stormarn und Dänemark

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Edited By Oliver Auge and Norbert Fischer

Der Band versammelt in sich die Beiträge einer interdisziplinär angelegten, von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel/Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein, der Universität Hamburg/Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie und der Stadt Ahrensburg veranstalteten Gemeinschaftstagung. Die einzelnen Beiträge beleuchten aus politik-, sozial-, wirtschafts-, umwelt-, kultur- und mentalitätsgeschichtlicher Perspektive die Region Stormarn zwischen den Hansestädten Hamburg und Lübeck, die über Jahrhunderte im Spannungsfeld unterschiedlicher Herrschaftsansprüche und Einflusssphären lag.

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Städtische Territorialpolitik? Übergriffe der Hansestädte auf Ressourcen des Umlandes im Mittelalter (Stefanie Rüther)

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Stefanie Rüther

Städtische Territorialpolitik? Übergriffe der Hansestädte auf Ressourcen des Umlandes im Mittelalter

Im Rahmen von Bauarbeiten wurde 1866 in Lübeck ein für die mittelalterliche Geschichte wertvoller Fund gemacht: In einer ehemaligen Kloake hatten sich neben anderem Schulgerät über 50 Wachstäfelchen erhalten, deren überwiegend lateinische Beschriftungen sich zum Teil noch entziffern ließen. Die Texte, Sprüche und Zeichnungen stammen von Schülern, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Ratsschule bei St. Jacobi besuchten. Die Schreibübungen zeigen, dass – wie für den Nachwuchs Lübecker Kaufleute zu erwarten – das Verfassen von Geschäftsbriefen zum dortigen Lehrplan gehörte. Darüber hinaus übten sich die Jungen auch in der Organisation eines Krieges: In der Rolle der Lübecker Ratsherren schrieben sie ihrem Verbündeten, Graf Heinrich von Holstein, dass sie seine Nachricht erhalten hätten, nach der er bei der Belagerung Helsingborgs großen Mangel an Proviant gelitten habe. Nun versicherten sie ihm mit dem in Latein verfassten Schreiben, dass sie „die besagten 400 behelmten Männer mit dem ersten günstigen Winde schicken würden.“1

Der Brief verweist auf die Bedeutung von Krieg und Kriegführung im hansestädtischen Erfahrungs- und Wissensbestand des späten Mittelalters. Bereits in der Schule wurden die Angehörigen der lübeckischen Führungsschicht mit Ablauf und Organisation militärischer Operationen vertraut gemacht und als potentielle Ratsherren darauf vorbereitet, ihre Stadt auch...

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