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Regionalhistorische Perspektiven zwischen Stormarn und Dänemark

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Edited By Oliver Auge and Norbert Fischer

Der Band versammelt in sich die Beiträge einer interdisziplinär angelegten, von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel/Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein, der Universität Hamburg/Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie und der Stadt Ahrensburg veranstalteten Gemeinschaftstagung. Die einzelnen Beiträge beleuchten aus politik-, sozial-, wirtschafts-, umwelt-, kultur- und mentalitätsgeschichtlicher Perspektive die Region Stormarn zwischen den Hansestädten Hamburg und Lübeck, die über Jahrhunderte im Spannungsfeld unterschiedlicher Herrschaftsansprüche und Einflusssphären lag.

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Dänemark und Holstein – eine lange Verbindung (Steen Bo Frandsen)

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Steen Bo Frandsen

Dänemark und Holstein – eine lange Verbindung

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich das Vergessen über die dänisch-holsteinische Geschichte gelegt. Viele Holsteiner wissen nichts von einer Zugehörigkeit zur dänischen Monarchie, und auch die Dänen besitzen kein Wissen über dieses Kapitel ihrer Geschichte. Als die Verbindung im Jahr 1864 endete, war ein Entfremdungsprozess bereits seit vielen Jahren im Gang gewesen, und danach wurde die Geschichte sowohl auf dänischer als auch auf deutscher Seite in nationalen Erzählungen geschrieben, welche Feindschaft einen höheren Stellenwert als Kontakt und gegenseitiger Einflussnahme einräumten.

Es gibt daher keine ausgeprägte Tradition, den Spuren zu folgen, die sowohl in Holstein als auch in Dänemark auf die früheren Verbindungen hinweisen. Es ist in der holsteinischen Tradition nicht verbreitet, den oldenburgischen König, also den schleswigschen und holsteinischen Herzog, als einen Akteur zu sehen, der de facto eine „holsteinische“ Politik – etwa gegenüber den machtvollen Hansestädten – führte, und der sich durch seine Politik der Staatenbildung in hohem Grade der holsteinischen Aristokraten bei der Steuerung des Reiches bediente. Eine lange Reihe holsteinischer Familiennamen, von Rantzau über Reventlow bis Schimmelmann, lässt sich nicht aus der dänischen Geschichte wegdenken – obgleich die wenigsten Dänen sie heute als „Holsteiner“ auffassen würden.

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