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Nutzung gestaltet Raum

Regionalhistorische Perspektiven zwischen Stormarn und Dänemark

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Edited By Oliver Auge and Norbert Fischer

Der Band versammelt in sich die Beiträge einer interdisziplinär angelegten, von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel/Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein, der Universität Hamburg/Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie und der Stadt Ahrensburg veranstalteten Gemeinschaftstagung. Die einzelnen Beiträge beleuchten aus politik-, sozial-, wirtschafts-, umwelt-, kultur- und mentalitätsgeschichtlicher Perspektive die Region Stormarn zwischen den Hansestädten Hamburg und Lübeck, die über Jahrhunderte im Spannungsfeld unterschiedlicher Herrschaftsansprüche und Einflusssphären lag.

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„Großstadtimperialismus“? Eingemeindungskämpfe zwischen der preußischen Provinz Schleswig-Holstein und Hamburg bis zum Groß-Hamburg-Gesetz (Dirk Schubert)

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Dirk Schubert

„Großstadtimperialismus“? Eingemeindungskämpfe zwischen der preußischen Provinz Schleswig-Holstein und Hamburg bis zum Groß-Hamburg-Gesetz

Der heutige Kreis Stormarn hat in den letzten 100 Jahren eine stürmische Geschichte von Gebietsneugliederungen, Eingemeindungen und vielfältigen stadtregionalen Ordnungsvorstellungen erlebt. Die Nähe zur Großstadt, die Attraktivität als Wohn- und Erholungsort, später auch die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie haben einen Verflechtungsraum entstehen lassen, bei dem die Scheidung von Stadt und Landschaft von zwischenstadtähnlichen Strukturen1 überformt wird. Umfragen haben ergeben, dass die Stormarner sich eher mit ihrer Wohngemeinde identifizieren als mit dem Landkreis, oder sich als Hamburger oder Schleswig-Hosteiner bezeichnen.2 Planerische Bezeichnungen wie das Konzept „Hamburg und sein Umland“ mögen diese Abwertung mental befördert haben. Derartige räumliche Konzepte reflektieren allerdings nicht hinreichend das komplexe, arbeitsteilige, stadtregionale Funktionsgeflecht zwischen der Großstadt und den Umlandkreisen. Ein Rückblick auf das erste halbe Jahrhundert stadtregionaler und raumplanerischer Zugriffe „top down“ – in diesem Fall aus hamburgischer Perspektive – auf den Kreis Stormarn und die Verschiebung und Veränderung von Verwaltungsgrenzen und räumlichen Identitäten können dies erhellen. Im Kontext der Weltwirtschaftskrise 1929 verschob sich dann der Fokus der hamburgischen planerischen Bemühungen von Hafenerweiterungen an den nördlichen Stadtrand.

Die Dominanz Hamburger Interessen wies den Nachbarstädten und Gemeinden nur nachrangige Aufgaben zu. Notwendigkeiten der verstärkten Einbeziehung der Umlandgemeinden und verbesserter Abstimmung und von vorausschauender Planung veränderten mit Beginn des 20. Jahrhunderts...

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