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Anerkennung und die Möglichkeiten der Gabe

Literaturwissenschaftliche Beiträge

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Martin Baisch

Dieser Band versammelt die Beiträge einer interdisziplinären Tagung an der Universität Hamburg. Die Autoren und Autorinnen erproben das Konzept der «Anerkennung» (Honneth, Bedorf) als Analyseinstrument sozialer Interaktionen für die Literatur des Mittelalters und der Neuzeit. Die Lektüren reichen von der höfischen und geistlichen Literatur der Vormoderne über das 19. und 20. Jahrhundert bis zur Literatur der Gegenwart (Tawada, Khider). Angeregt durch die Forschungen von Hénaff und Ricœur, beziehen sie zugleich die Begriffe von Anerkennung und Gabe im Feld der Literatur aufeinander. Untersucht werden die performativen Funktionen von Gabehandlungen ebenso wie die Zeichenhaftigkeit von Gaben und das Verhältnis von Gabe und Zeitformen beziehungsweise -inszenierungen.

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Anerkennung und Ehre. Literarische Mikrosoziologie und Ehr-Kritik um 1900: Schnitzler, Sudermann, Fontane (Matthias Schöning)

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Matthias Schöning, Konstanz

Anerkennung und Ehre

Literarische Mikrosoziologie und Ehr-Kritik um 1900: Schnitzler, Sudermann, Fontane

Abstract: Since Hegel’s works we use the term ‘fight for recognition’ (‘Kampf um Anerkennung’). ‘Honour’ is known as a concept that manifests itself in duels, in literal fights. Recognition and honour however should not be confused. Questions of honour differ from those dealing with recognition, the latter replacing the former historically. The process of this replacement can be observed on the basis of transitional phenomena in literary texts around 1900, especially by Fontane and Schnitzler.

Der vorliegende Beitrag hat im Wesentlichen zwei Teile. Um im zweiten Teil zeigen zu können, in welcher Weise ‚die Ehre‘ durch drei literarische Texte zum Thema gemacht wird, sei zunächst konzeptualisiert, was ‚Ehre‘ hier, d. h. im engeren Sinne eines ständisch basierten Interaktionsformats, bedeuten soll. Dazu ziehe ich zunächst kontrastiv den Begriff ‚Anerkennung‘ heran, der immer dann synonym verwendet werden kann, wenn es um das geht, was seit der Aufklärung ‚innere Ehre‘ heißt,1 aber im Ganzen kein Synonym ist, weil Anerkennung und ‚Ehre‘ (i.e.S. eines ständischen Interaktionsformats) sozialontologisch gegensätzlich konstituiert sind. Was zur ‚Anerkennung‘ gesagt werden wird, ist allerdings nur auf den ersten Blick durch das Interesse an der Ehre vermittelt. Am Ende wird sich zeigen, dass in den Diegesen der untersuchten Texte zwar um die Ehre gekämpft wird, die Textstrategien aber eine starke Affinität zu jener sozialontologischen Modalität...

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