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Anerkennung und die Möglichkeiten der Gabe

Literaturwissenschaftliche Beiträge

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Martin Baisch

Dieser Band versammelt die Beiträge einer interdisziplinären Tagung an der Universität Hamburg. Die Autoren und Autorinnen erproben das Konzept der «Anerkennung» (Honneth, Bedorf) als Analyseinstrument sozialer Interaktionen für die Literatur des Mittelalters und der Neuzeit. Die Lektüren reichen von der höfischen und geistlichen Literatur der Vormoderne über das 19. und 20. Jahrhundert bis zur Literatur der Gegenwart (Tawada, Khider). Angeregt durch die Forschungen von Hénaff und Ricœur, beziehen sie zugleich die Begriffe von Anerkennung und Gabe im Feld der Literatur aufeinander. Untersucht werden die performativen Funktionen von Gabehandlungen ebenso wie die Zeichenhaftigkeit von Gaben und das Verhältnis von Gabe und Zeitformen beziehungsweise -inszenierungen.

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Gabe und Reziprozität bei Mechthild von Magdeburg (Christine Büchner)

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Christine Büchner, Hamburg

Gabe und Reziprozität bei Mechthild von Magdeburg

Abstract: This essay aims to demonstrate that ‘gift’ cannot be looked at exclusively as a phenomenon that constructs dependency but also as the basic condition of being and as the possibility to participate. Following the philosophical and theological works of Marion, Milbank, Tanner, Hénaff and Saarinen the article focuses on the dynamic between the female speaker and god in the prominent medieval mystic text Das fließende Licht der Gottheit by Mechthild von Magdeburg. The reciprocal acts of ‘giving’ in the communication of soul and god developes a concept of ‘gift’ that elevates the receiver and conceptualizes ‘gift’‚ as an expression of the transcendent desire to be recognized and loved by humans. At the same time the article sheds light on the consequences of this for the dispute about the authorship of Mechthild.

I. Einleitung

Über die Verfasserschaft des Fließenden Lichts der Gottheit ist in den letzten Jahren in der Mediävistik einiges geschrieben worden, das die Berechtigung der Gewohnheit, über Mechthild von Magdeburg als Autorin dieses Textes zu sprechen, in Frage gestellt hat. Ich erwähne hier vor allem die Dissertation von Balázs J. Nemes.1 Folgen wir ihr, dann handelt es sich um einen Text, der nicht auf ein authentisches Autorinnenwort hin gelesen werden kann, da dieser mit seinen zwei überlieferten Textfassungen auf ein im Prozess der Tradierung anwachsendes Autorenkollektiv zurückgeht. Insofern scheint der Text...

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