Show Less
Restricted access

Anerkennung und die Möglichkeiten der Gabe

Literaturwissenschaftliche Beiträge

Series:

Martin Baisch

Dieser Band versammelt die Beiträge einer interdisziplinären Tagung an der Universität Hamburg. Die Autoren und Autorinnen erproben das Konzept der «Anerkennung» (Honneth, Bedorf) als Analyseinstrument sozialer Interaktionen für die Literatur des Mittelalters und der Neuzeit. Die Lektüren reichen von der höfischen und geistlichen Literatur der Vormoderne über das 19. und 20. Jahrhundert bis zur Literatur der Gegenwart (Tawada, Khider). Angeregt durch die Forschungen von Hénaff und Ricœur, beziehen sie zugleich die Begriffe von Anerkennung und Gabe im Feld der Literatur aufeinander. Untersucht werden die performativen Funktionen von Gabehandlungen ebenso wie die Zeichenhaftigkeit von Gaben und das Verhältnis von Gabe und Zeitformen beziehungsweise -inszenierungen.

Show Summary Details
Restricted access

Selbstanerkennung / Selbstgabe. Brüche und Brücken zwischen Anerkennungstheorie und historischer Anthropologie (zu einem Dialog über den Hymnus Te Deum laudamus) (Moritz Wedell)

Extract

Moritz Wedell, Bern

Selbstanerkennung / Selbstgabe

Brüche und Brücken zwischen Anerkennungstheorie und historischer Anthropologie (zu einem Dialog über den Hymnus Te Deum laudamus)

Abstract: In this essay I show how medieval writings, such as guides to spiritual contemplation, stage powerful and genuinely pre-modern ideas of ‘self-recognition’. I use the example of self-recognition to illustrate how medieval notions and practices contributed to shaping ways of understanding both the ‘self’ and ‘recognition’ in the modern world.

Die epistemische Dynamik der Anerkennungsforschung fließt aus dem unfesten Verhältnis zwischen empirischen Beobachtungen und theoretisch integrierenden Modellen. Beide Ebenen, die der begrifflichen Konzeption und die der historisch-kulturellen Usancen und Normen, sind je im Fluss und können nur punktuell aufeinander verpflichtet werden. Ein späteres Modell wird deshalb das, was ‚Anerkennung‘ sei, nicht zwingend besser fassen als ein früheres, und keines von beiden wird sich von vornherein besser eignen, vormoderne Zeugnisse zu analysieren, in denen ein moderner Blick ‚Anerkennung‘ zu sehen meint. Das notorische Problem der Rückübertragung moderner Begriffe auf vormoderne Situationen kondensiert sich im Fall der Anerkennungstheorie in zwei Schwierigkeiten und einem Potential. Die erste Schwierigkeit liegt auf der begrifflichen Ebene. Wir können nicht ohne weiteres wissen, ob die moderne Reflexionsfigur mit historischen Reflexionsfiguren so weit vermittelt werden kann, dass sie historische Formen der Selbstverständigung auszuleuchten hilft – oder ob der wissenschaftliche Zugriff den literarischen, bildlichen, theologischen Zeugnissen Aussagen abgewinnt, die historisch vielleicht unbegriffen, aber vielleicht auch irrelevant sind....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.