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Survival of Utopias – Weiterlebende Utopien

Life Reform and Progressive Education in Austria and Hungary – Lebensreform und Reformpädagogik in Österreich und Ungarn

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Edited By András Németh, Claudia Stöckl and Beatrix Vincze

Life reform and progressive education developed various utopias and projected new ways of cultural, social, religious and political living. This book studies how these utopias lived on until World War II, how they still affect present life in Austria and Hungary, and it examines continuities and differences within the political, educational and cultural movements of both countries. The main focus lies on interrelations between educational utopias and strategies and the development of a collective identity in times of radical political and social changes.

Lebensreform und Reformpädagogik entwarfen Utopien für das kulturelle, soziale und religiöse Leben. Dieses Buch untersucht das Weiterleben dieser Utopien bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges, ihre Wirkungen bis in die Gegenwart in Österreich und Ungarn und beleuchtet Kontinuitäten und Differenzen innerhalb der (bildungs-)politischen und kulturellen Strömungen beider Länder. Im Zentrum steht die Frage nach Zusammenhängen zwischen pädagogischen Utopien und Strategien und den Entwicklungen von kollektiver Identität in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Umbrüche und Verunsicherungen.

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Survival of Utopias – Weiterlebende Utopien. Einleitung (András Németh, Claudia Stöckl & Beatrix Vincze)

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András Németh, Claudia Stöckl & Beatrix Vincze

Survival of Utopias – Weiterlebende Utopien. Einleitung

Lebensreform und Reformpädagogik werden üblicherweise historisch verortet im ausgehenden langen 19. Jahrhundert. Die vielfältigsten Körper-, Jugend-, Ernährungs-, Kommunen-, Künstler-, Schul-, und Frauenbewegungen setzten sich zu dieser Zeit kritisch mit den Gegenwartsbedingungen in Gesellschaft, Pädagogik, Wirtschaft und Politik auseinander und entwickelten theoretische wie praktische Utopien. Die damit zusammen hängenden kulturellen und pädagogischen Strömungen in Österreich und Ungarn in der k. u. k. Monarchie (Németh/Hopfner 2008) gingen mit dem ersten Weltkrieg und dem Zerfall der Monarchie nicht unter. Ihr Weiterleben und Weiterwirken in Österreich und Ungarn war Gegenstand einer länderübergreifenden Forschungszusammenarbeit (gefördert von der Aktion Österreich-Ungarn) unter maßgeblicher Beteiligung von Nachwuchsforscherinnen. Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen die Entwicklung der Lebensreformbewegungen nach dem Zerfall der Monarchie, die Nachwirkungen der früheren Tendenzen, die zeitspezifischen Anpassungen, die Kontinuitäten und Veränderungen in den pädagogischen Motiven der Reform, sowie das Weiterleben und Nachwirken der Reformideen sowohl in positiver/kritischer als auch in negativer/affirmativer Richtung nach 1938.

Die Diskussionen im Forschungsprozess zeigten deutlich, dass das kritische und utopische Potential der Lebensreformbewegungen in einem Spannungsverhältnis steht zu den Tendenzen der Verstetigung und Institutionalisierung der zunächst oft nur losen und fragilen Vereinigungen. Gerade in der Integration in Systeme unterschiedlicher Ausrichtung und Prägung liegt die Gefahr, dass die auf teils radikaler Kritik fußenden Bewegungen...

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