Show Less
Restricted access

Geschäftsleiterpflichten und -haftung in der Insolvenz im deutschen und spanischen Recht

Series:

Sven Hendrik Haumesser

Der Autor beschäftigt sich rechtsvergleichend mit den Pflichten und der Haftung der Geschäftsleiter in Krisensituationen in Deutschland und in Spanien. Dabei nimmt er eine Einteilung in drei unterschiedliche Krisenstadien vor, anhand derer der Rechtsvergleich erfolgt: das Stadium vor Insolvenzreife, das Stadium ab Eintritt eines Insolvenzgrundes und die Verletzung der Insolvenz- bzw. Konkursantragspflicht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Betrachtung des dritten Krisenabschnittes und der Insolvenzverschleppungshaftung. Hier arbeitet der Autor insbesondere die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Haftungsfolgen heraus, auch bezüglich der zur Verschleppungshaftung entwickelten Gegenvorschläge des deutschen Rechts, und unterbreitet einen Regelungsvorschlag für das deutsche Recht.

Show Summary Details
Restricted access

III. Geschäftsleiterpflichten und Gläubigerschutz ab Eintritt eines Insolvenzgrundes

Extract

← 124 | 125 →

III.   Geschäftsleiterpflichten und Gläubigerschutz ab Eintritt eines Insolvenzgrundes

Das zweite Krisenstadium in dieser Betrachtung bildet die Phase ab Eintritt eines Insolvenzgrundes. An dieser Stelle soll es noch nicht um die Pflicht zur Stellung des Insolvenzantrages und die möglichen Folgen ihrer Verletzung gehen, denn diese Problematik ist dem dritten und letzten hier untersuchten Krisenstadium vorbehalten. Die Pflicht zur Stellung des Eröffnungsantrages fällt nach dem Wortlaut des § 15a Abs. 1 S. 1 InsO, der eine Stellung des Eröffnungsantrages spätestens drei Wochen nach Eintritt des Insolvenzgrundes verlangt, und des Art. 5 Abs. 1 LC auch nicht zwingend mit dem Eintritt eines Insolvenzgrundes zusammen. Vielmehr sollen hier diejenigen die Geschäftsleiter in beiden Rechtsordnungen betreffenden Regelungen im Blickpunkt stehen, die bereits vor Entstehung der Antragspflicht Pflichten und u. U. auch eine Haftung begründen.

1.    Das Regelungsproblem

In der Phase ab Eintritt eines Insolvenzgrundes besteht die Gefahr, dass die Geschäftsleiter der insolventen Gesellschaft weitere Mittel aus ihrem Vermögen entziehen, um einzelne Gläubiger aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen vorzugsweise zu befriedigen oder bestimmten Anteilseignern Zahlungen zukommen zu lassen. Nach § 1 S. 1 InsO dient das Insolvenzverfahren aber dazu, die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen. Insoweit ist zu fragen, ob und mit welcher Reichweite diesem Prinzip auch schon vor Verfahrenseröffnung Geltung verschafft werden soll. Daher fragt sich, ob und wie derartige Handlungen der Geschäftsleiter sanktioniert werden und wem durch ein...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.