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Religion und Politik

Historische und aktuelle Konstellationen eines spannungsvollen Geflechts

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Edited By Jörg Dierken and Dirk Evers

Religion und Politik bilden seit jeher ein spannungsvolles Geflecht wechselseitiger Begründungs- und Abgrenzungsprozesse. Die in diesem Band versammelten Autoren beleuchten historische und aktuelle Konstellationen dieser Prozesse durch die Verschränkung von systematischen und historischen Perspektiven. So reicht die Spannweite der Beiträge von der Frühzeit des Christentums über die Reformation bis hin zu Schelling, Schleiermacher, Troeltsch und Barth, während gleichzeitig aktuelle Debatten u.a. zur Theologie in der DDR, zur Bedeutung der Menschenrechte, zum Konzept der inneren Führung und zur Flüchtlingsdebatte kritisch nachgezeichnet werden.

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Erinnerungskultur ohne Geschichtsphilosophie? Überlegungen im Anschluss an Ernst Troeltsch

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Abstract In times of global socio-political crises, the „uses and abuses of history“ become a challenge again. In the humanities, the contribution of history to the formation of contemporary identities and their normative orientations is discussed under the new paradigm of cultural memory (Erinnerungskultur). This article argues that philosophy of history as Ernst Troeltsch conceived it could be an important contribution to these debates. It explores how Troeltsch sought to overcome narrow nationalist perspectives and to develop a critical cultural identity that acknowledged the ambivalence of religious traditions. Moreover, it identifies the religious dimensions of cultural memory itself and sketches the outlines of a modern account of religion in relation to history.

1. Erinnerungskultur – Versuch einer Annäherung

Nach über zwanzig Jahren scheint – so der immer deutlicher zu vernehmende Warnruf politischer Kommentatoren – die mühsam aus zwei Weltkriegen und der Nachkriegsgeschichte erwachsene Friedensordnung in ernster Gefahr.1 Die fast schon vergessenen Handlungs- und Sprachmuster des kalten Krieges sowie ein unverbrämter Nationalismus sind binnen kürzester Zeit zurückgekehrt und erfüllen sowohl den Beobachter als auch die in diese Logik hineingleitenden Aktanten mit zunehmender Sorge und Hilflosigkeit. Das europäische Projekt hat abrupt die Bahnen einer Erfolgsgeschichte verlassen und ist in eine Sequenz von existentiellen Krisen übergegangen. Auch die sich zuspitzenden Konflikte in der arabischen Welt, die sich in Europa zunächst noch aus einem vermeintlichen Sicherheitsabstand betrachten ließen oder gar angesichts der Euphorie und der Hoffnungen, die sich mit dem sogenannten arabischen...

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