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Religion und Politik

Historische und aktuelle Konstellationen eines spannungsvollen Geflechts

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Edited By Jörg Dierken and Dirk Evers

Religion und Politik bilden seit jeher ein spannungsvolles Geflecht wechselseitiger Begründungs- und Abgrenzungsprozesse. Die in diesem Band versammelten Autoren beleuchten historische und aktuelle Konstellationen dieser Prozesse durch die Verschränkung von systematischen und historischen Perspektiven. So reicht die Spannweite der Beiträge von der Frühzeit des Christentums über die Reformation bis hin zu Schelling, Schleiermacher, Troeltsch und Barth, während gleichzeitig aktuelle Debatten u.a. zur Theologie in der DDR, zur Bedeutung der Menschenrechte, zum Konzept der inneren Führung und zur Flüchtlingsdebatte kritisch nachgezeichnet werden.

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Coole Theologie? Eberhard Jüngels Bemerkungen zur politischen Verantwortung von Christentum und Kirche

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Abstract This essay investigates Eberhard Jüngel’s remarks on the political responsibility of the Christian church, Christian theology and Christian individuals. It uses D.Z. Phillips’ distinction between varieties of “cool” vs. “warm” and “cold” philosophy and claims that Jüngel developed a type of “cool” theology, which argues for a qualified separation between theology and politics, but allows for effective analogies from theology to politics.

I. ‚Coole‘ Philosophie

Der walisisch-amerikanische Religionsphilosoph Dewi Z. Phillips (1934–2006)1 hat in seinen methodologischen Reflexionen unter dem Titel ‚Philosophy’s Cool Place‘ (1999)2 zwischen zwei dominanten Grundauffassungen von Philosophie unterschieden, zwischen ‚warm philosophy‘ und cold philosophy‘, die er mit seiner eigenen Auffassung von kontemplativer oder ‚cool philosophy‘ kontrastiert. Philosophie ist für Phillips wesentlich zu verstehen als „an effort to understand the kinds of phenomena we are confronted by in morality and religion“3. Unter ‚warmer‘ Philosophie versteht er dabei diejenigen Formen von Philosophie, die sich als Hilfe zur Lebensführung verstehen und damit als eine Art Anleitung zum guten Leben, als ‚guide to living‘. Beispiele für eine solche Form von Philosophie mit direkter Anwendung für die Lebensführung wären etwa der sich an Aristoteles und stoische Konzepte anlehnende Capability Approach von Martha Nussbaum oder der Neo-Pragmatismus von Richard Rorty, die der Philosophie eine lebenspraktische Bedeutung jenseits metaphysischer Theorien zurückgewinnen←209 | 210→ möchten. Insofern sie ihre Entscheidungen in Bezug auf das ethisch oder religiös Vorzugswürdige letztlich nicht aus philosophischen Gr...

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