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Religion und Politik

Historische und aktuelle Konstellationen eines spannungsvollen Geflechts

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Edited By Jörg Dierken and Dirk Evers

Religion und Politik bilden seit jeher ein spannungsvolles Geflecht wechselseitiger Begründungs- und Abgrenzungsprozesse. Die in diesem Band versammelten Autoren beleuchten historische und aktuelle Konstellationen dieser Prozesse durch die Verschränkung von systematischen und historischen Perspektiven. So reicht die Spannweite der Beiträge von der Frühzeit des Christentums über die Reformation bis hin zu Schelling, Schleiermacher, Troeltsch und Barth, während gleichzeitig aktuelle Debatten u.a. zur Theologie in der DDR, zur Bedeutung der Menschenrechte, zum Konzept der inneren Führung und zur Flüchtlingsdebatte kritisch nachgezeichnet werden.

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Staurologische Politik: Zum religiösen Dialog mit der Gewalt

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Björn Pecina

Staurologische Politik

Zum religiösen Dialog mit der Gewalt

Abstract This article investigates four modes of how to find a viewpoint dealing with violence without the need of being itself under the sway of violence. I argue that neither categorical nor governmental or empirical force can provide this point of view. Only “the Cross” allegorizes a topos where violence and nonviolence are in a constant conjunction.

Hartmut Ruddies hat einmal in bezug auf den jüdisch-christlichen Dialog geäußert, dass „ohne die Verteidigung“ eines „dritten Ortes […] jeder religiöse Dialog bedroht [ist]“.1 Diese Aussage soll auch hinsichtlich der Gewaltproblematik fruchtbar gemacht und prinzipiell genommen werden. Dialog und Gewalt weisen nämlich eine große Familienähnlichkeit auf. Beide befinden sich in einem Zirkel, der die betroffenen Akteure auch dann noch zirkulieren lässt, wenn sich diese schon dahin erklärt haben, die Zirkel-Struktur verlassen zu wollen. Der sich dem Dialog Verweigernde bleibt durch sein Schweigen Teilnehmer des Dialogs, den er mit anderen Mitteln fortsetzt. Nur in sprachlicher Gegenseitigkeit ist Schweigen überhaupt spürbar; wäre ausschließlich Schweigen, schwiege niemand. Und ebenso ist das Verlassen der Gewaltspirale nur die Fortsetzung von Gewalt als nicht gesetzte Negativität. „Quid enim est, quod contra vim sine vi fieri possit?“2

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