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Das Wechselmodell

Geltendes Recht und Reformbedarf

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Dragana Damljanovic

Einhergehend mit einem gewandelten Rollenverständnis von Mann und Frau und einem wachsenden Interesse von Vätern an der Kindesbetreuung wird eine Betreuung im sogenannten Wechselmodell für Eltern nach Trennung oder Scheidung zunehmend attraktiver. Bei diesem Arrangement betreuen die Eltern das Kind zu in etwa gleichen Anteilen. Während in vielen ausländischen Rechtssystemen das Wechselmodell gesetzlich verankert ist, fehlt im deutschen Recht eine einschlägige Regelung. Die Autorin widmet sich daher der Frage, ob sich die Kindesbetreuung im Wechselmodell mit den geltenden Vorschriften praktikabel umsetzen lässt oder ob Reformbedarf für den Gesetzgeber besteht. Dabei werden auch aktuelle sozialwissenschaftliche und psychologische Erkenntnisse berücksichtigt.

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Drittes Kapitel: Das Wechselmodell im Sorge- und Umgangsrecht

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Drittes Kapitel: Das Wechselmodell im Sorge- und Umgangsrecht

A.  Rechtsvergleichender Überblick

In manchen europäischen als auch außereuropäischen Rechtsordnungen hat das Wechselmodell als Betreuungsform Eingang in das Gesetz gefunden.

In Australien ist die Möglichkeit einer wechselseitigen Kindesbetreuung nach Trennung der Eltern im Family Law Amendment Act 2006 (FLAA 2006) gesetzlich geregelt. Sind sich die Eltern über den Lebensmittelpunkt des Kindes uneinig, entscheidet das Gericht in der Regel, welchem Elternteil das Bestimmungsrecht zukommt.336 Besteht ein gemeinsames Sorgerecht, kann das Gericht auf Antrag eines Elternteils auch anordnen, dass das Kind bei beiden Elternteilen gleichmäßig viel Zeit verbringt (Section 65DAA des FLAA 2006). Neben der Wohnortnähe und dem Kindeswillen ist bei dieser Entscheidung unter anderem zu berücksichtigen, ob die Eltern in der Lage sind, sich in Kindesangelegenheiten abzusprechen, ob sie in wesentlichen Erziehungsfragen übereinstimmen und Respekt voreinander als Elternteil haben.337

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