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Transkulturalität, Identitätskonstruktion und narrative Vermittlung in Migrationstexten der italienischen Gegenwartsliteratur

Eine Analyse ausgewählter Werke von Gabriella Kuruvilla, Igiaba Scego, Laila Wadia und Sumaya Abdel Qader

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Romina Linardi

Im Mittelpunkt dieser Studie steht die Analyse von Identitätskonstruktionen und transkulturellen Narrativen in ausgewählten Werken von G. Kuruvilla, I. Scego, L. Wadia und S. Abdel Qader. Der kultur- und literaturwissenschaftliche Zugang dient dem zentralen Anliegen, eine neue Perspektive zur Erforschung der italienischsprachigen Migrationsliteratur zu liefern. Sozialwissenschaftliche Forschungsansätze zu Migration und Identität stellen weitere theoretisch gestützte Erklärungsmechanismen bereit, die für die literarischen Analysen ebenso fruchtbar gemacht werden. Ein besonderes Augenmerk gilt den eingesetzten erzähltechnischen Methoden und sprachlichen Formen, die in den Texten starre Auffassungen sprachlicher und kultureller Identität auf produktive Weise neu gestalten.

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1. Einleitung

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1.1. Thema und Fragestellung Die Migrationsbewegung nimmt im Zeitalter der Globalisierung nicht nur auf die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen eines Landes Einfluss, sondern prägt zunehmend auch das Erscheinungsbild der Literatur. Begriffe wie Mobilität, Dynamik, Grenzüberschreitung und Grenzauflösung sind kennzeichnend für einen neuen literarischen Ausdruck, der die Vermischung und Verflechtung von Kulturen in den Fokus des erzählerischen Interesses rückt. Das Bild oder, pointierter formuliert, der Mythos einer homogenen Kulturvor- stellung erweist sich angesichts der Beschleunigung globaler Migration als nicht mehr tragfähig. Ein Schlüsselkonzept, das dieser neuen Situation Rechnung trägt und gerade die Wandelfähigkeit und Prozesshaftigkeit von Kultur in den Vorder- grund stellt, ist das der Transkulturalität. Betrachtet man die wissenschaftlichen Diskurse im Zeitverlauf, sind über die Jahre hinweg verschiedene Paradigmen- wechsel zu konstatieren. In den 1960er Jahren entsteht das Multikulturalitäts- konzept, das von einzelnen differenzierten Kulturen innerhalb einer Gesellschaft ausgeht; in den 1980er Jahren hingegen etabliert sich der interkulturelle Ansatz, der nicht das Nebeneinander, sondern den Austausch der Kulturen postuliert. Mitte der 1990er Jahre ist es schließlich Wolfgang Welsch, der aus der kritischen Reflexion der multi- und interkulturellen Konzepte eine transkulturelle grenz- überschreitende Forschungsperspektive als ein weiteres kulturwissenschaftliches Paradigma herleitet. Die grundlegende Erkenntnis besteht darin, dass eine strikte Trennung zwischen Eigen- und Fremdkultur heutzutage nicht mehr praktikabel ist. Die gegenwärtigen Kulturformen werden durch eine Fülle an unterschiedli- chen Lebensstilen geprägt, die miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig durchdringen. Die Verbindlichkeit statischer und homogener...

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