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Transkulturalität, Identitätskonstruktion und narrative Vermittlung in Migrationstexten der italienischen Gegenwartsliteratur

Eine Analyse ausgewählter Werke von Gabriella Kuruvilla, Igiaba Scego, Laila Wadia und Sumaya Abdel Qader

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Romina Linardi

Im Mittelpunkt dieser Studie steht die Analyse von Identitätskonstruktionen und transkulturellen Narrativen in ausgewählten Werken von G. Kuruvilla, I. Scego, L. Wadia und S. Abdel Qader. Der kultur- und literaturwissenschaftliche Zugang dient dem zentralen Anliegen, eine neue Perspektive zur Erforschung der italienischsprachigen Migrationsliteratur zu liefern. Sozialwissenschaftliche Forschungsansätze zu Migration und Identität stellen weitere theoretisch gestützte Erklärungsmechanismen bereit, die für die literarischen Analysen ebenso fruchtbar gemacht werden. Ein besonderes Augenmerk gilt den eingesetzten erzähltechnischen Methoden und sprachlichen Formen, die in den Texten starre Auffassungen sprachlicher und kultureller Identität auf produktive Weise neu gestalten.

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4. Identität und Migration

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4.1. Pendler zwischen zwei Kulturen: Der erschwerte Prozess der Identitätsbildung mit besonderer Berücksichtigung der zweiten Generation „Ich stehe zwischen zwei Welten, bin in keiner daheim“61 Identität ist ein Begriff, der in diversen Forschungsdisziplinen Eingang gefunden hat, so beispielsweise in der Psychologie, Pädagogik, Ethnologie und Soziolo- gie bis hin zur Philosophie, Geschichts- und Literaturwissenschaft (vgl. Straub 2004: 277). In der heutigen Zeit scheinen Diskussionen zum Thema der Identität aktueller denn je: Nicht nur daß Individuen Identitätskrisen durchmachen und auf der Suche nach ihrer Identität sind, auch Unternehmen und öffentliche Verwaltungen schaffen sich eine ‚cor- porate identity‘, Städte und Regionen proklamieren eine Identität, Minoritäten beharren auf ihrer kulturellen Identität […] – der Begriff scheint in unseren Köpfen und Texten allgegenwärtig. (Assmann/ Friese 1998: 11) Der geradezu inflationäre und damit auch verwirrende Gebrauch führt dazu, dass der Begriff zunehmend an Klarheit und Stringenz verliert. Frey und Haußer (1987: 3) sprechen sich dezidiert gegen eine allgemein akzeptierte Definition von Identität aus. Stattdessen ist eine Tendenz zur Mehrdeutigkeit zu registrie- ren, die nicht selten das Problem der theoretischen und begrifflichen Unschärfe heraufbeschwört (vgl. Bohleber 1996: 268). Ferner wirken sich in jüngster Zeit grenzüberschreitende Umstrukturierungsprozesse in Form von Globalisierung und Migration ebenfalls auf die Frage nach der Identität aus. Die Integration der Individuen in verpflichtende und gleichzeitig beständige Beziehungen wird in einem deutlich wahrnehmbaren Maße aufgehoben: „Alte Identitäten, die die soziale Welt...

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