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Transkulturalität, Identitätskonstruktion und narrative Vermittlung in Migrationstexten der italienischen Gegenwartsliteratur

Eine Analyse ausgewählter Werke von Gabriella Kuruvilla, Igiaba Scego, Laila Wadia und Sumaya Abdel Qader

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Romina Linardi

Im Mittelpunkt dieser Studie steht die Analyse von Identitätskonstruktionen und transkulturellen Narrativen in ausgewählten Werken von G. Kuruvilla, I. Scego, L. Wadia und S. Abdel Qader. Der kultur- und literaturwissenschaftliche Zugang dient dem zentralen Anliegen, eine neue Perspektive zur Erforschung der italienischsprachigen Migrationsliteratur zu liefern. Sozialwissenschaftliche Forschungsansätze zu Migration und Identität stellen weitere theoretisch gestützte Erklärungsmechanismen bereit, die für die literarischen Analysen ebenso fruchtbar gemacht werden. Ein besonderes Augenmerk gilt den eingesetzten erzähltechnischen Methoden und sprachlichen Formen, die in den Texten starre Auffassungen sprachlicher und kultureller Identität auf produktive Weise neu gestalten.

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5. Literatur in Bewegung: Die Ausbildung eines neuen literarischen Ausdrucks in der zeitgenössischen Literatur Italiens

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5.1. Entwicklung und Rezeption der „letteratura italiana della migrazione“ So wie die steigende Zuwanderung nach Italien über einen langen Zeitraum hinweg aus der gesellschaftlichen und politischen Wahrnehmung ausgeblendet wurde, ist auch die italienische Migrationsliteratur lange Zeit ein weitestgehend unbeachtetes Phänomen geblieben. Ähnlich wie in Deutschland, wo bis vor kur- zem lediglich die Werke von Herkunftsdeutschen zum nationalen Literaturka- non gerechnet wurden und somit die deutschsprachige Literatur migrantischer Schriftsteller eine Art Nischenexistenz führte,73 hat die Migrationsliteratur in Italien ebenfalls eine Marginalisierung innerhalb der literarischen Öffentlichkeit erfahren. Im Bereich der Forschung74 wird die Ermordung des südafrikanischen Saisonarbeiters Jerry Essan Masslo in der Nacht vom 24. auf den 25. August 1989 durch rechtsradikale Jugendliche in der Nähe von Caserta als Initialzündung für die Entstehung des neuen Literaturgenres angesehen. Dieses Datum ist gewiss symbolischer Natur, diesbezüglich merkt Scego an: In realtà non si può mai dire con esattezza quando un fenomeno letterario nasce. […] come non ricordare le difficoltà di trovare un anno d’inizio per i grandi movimenti let- terari. […] Non si può racchiudere un fenomeno complesso in una fredda data. Un mo- vimento letterario è fatto di tormenti, ripensamenti, caos, illuminazioni, amore. Però ciò non toglie che alcuni episodi siano stati importanti nella genesi dei fenomeni letterari. Nel caso della letteratura migrante il momento X, l’evento che ha portato ad una con- sapevolezza piena gli autori è stato la morte di Jerry Masslo. (Scego/ relazione Eks&tra 2004: o. S.) 73 Vgl. hierzu den Aufsatz von Aglaia Blioumi...

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