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Denkrahmen der Deutschdidaktik

Die Identität der Disziplin in der Diskussion

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Edited By Christoph Bräuer

Auch wenn die Deutschdidaktik sich endgültig als akademische Disziplin etabliert hat, gehen die Meinungen, welchen Stellenwert sie in der Ausbildung von Professionalität oder Lehrkompetenz haben könnte, auseinander. Weder gibt es Konsens darüber, was die Hochschulbildung zur Professionalisierung leisten kann, noch ist der systematische Ort im Rahmen der wissenschaftlichen Disziplinen geklärt.

Der Band greift diesen Selbstverständigungsprozess auf und lenkt den Blick sowohl auf die geschichtliche Entwicklung, die gegenwärtige Gestaltung als auch auf die zukünftige Ausrichtung. Mit der Kompetenzorientierung sind neben den an Inhalten zu erwerbenden Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern auch die von zukünftigen Lehrkräften zu erwerbenden Kompetenzen in den Blick geraten. Zugleich wird die kompetente Lehrperson als Faktor effektiven (Fach-)Unterrichts stärker wahrgenommen und mit dieser Fokussierung der Wunsch nach einer fachdidaktischen Profilierung der Lehramtsausbildung verbunden.

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Vorwort

Der vorliegende Band versammelt die Beiträge einer Arbeitstagung zum Thema „Denkrahmen der Deutschdidaktik – Positionen in der Diskussion“, die am 24. und 25. März 2015 an der Georg-August-Universität Göttingen stattfand. Diese Tagung machte es sich zur Aufgabe, die vielfältigen Denkanstöße Jakob Ossners zur Frage einer disziplinären Identität der Didaktik Deutsch aufzugreifen und sie wäre daher ohne ihn, seine Unterstützung und seine Beteiligung nicht denkbar gewesen. Der Band ist daher Jakob Ossner gewidmet.

Ich bin in die Fragen nach der Identität des Faches und in die Herausforderungen einer disziplinären Selbstvergewisserung während meines Studiums an der Goethe-Universität Frankfurt eingeführt worden. In Frankfurt hat die Frage nach dem Denkrahmen eine lange Tradition, die in besonderer Weise mit dem Namen Hubert Ivo verknüpft ist. Jakob Ossner hat die Frage des disziplinären Selbstverständnisses weitergeführt, virulent ist sie für mich bis heute geblieben.

Aber die Auseinandersetzung mit der eigenen Disziplin ist keine Frankfurter Tradition, sie ist auch keine Veranstaltung der Vergangenheit und sie erhält von älteren ebenso wie von jüngeren Didaktikerinnen und Didaktikern wegweisende neue Impulse. Ihre fachlichen und institutionellen Voraussetzungen liegen in ihrer Geschichte begründet, ihre Argumentation ist in der bildungs- und hochschulpolitischen Gegenwart verankert, ihre Perspektive aber auf eine Zukunft gerichtet, in der fachliches Wissen und Können mehr denn je bedeutsam sein werden.

In der Vorbereitung der Tagung zeigte sich die Problematik der Frage nach der disziplinären Identität in aller Deutlichkeit – in der Verortung zwischen den Bezugsdisziplinen der Fachwissenschaften und Bildungswissenschaften, im Spannungsfeld zwischen theoretischen Erkenntnissen und praktischer Anwendung, in der Komplexität und Diversität der möglichen und nötigen Zugänge zur vorliegenden Fragestellung.

Für die Beitragenden der Tagung stellte die Auseinandersetzung mit dieser Frage eine positive Herausforderung dar – sie haben die Tagung ermöglicht und getragen durch ihre Beiträge und Diskussionen. Ihre Positionen sind in diesem Band im Duktus einer lebendigen Debatte versammelt. Auch und gerade ihnen gilt mein besonderer Dank.

Schließlich gestaltete sich die Arbeitstagung auch deshalb so anregend, weil jeweils mit einer kritisch-konstruktiven Respondenz zu je zwei Beiträgen in die Diskussion eingeleitet wurde – der Dank gilt hier namentlich Ricarda Freudenberg,←7 | 8→ Silke Kubik, Diana Maak und Frederike Schmidt. In der Vorbereitung und Durchführung haben mich Frerk Schäfers und Claudia Gärtner sowie Ellen Schneidereit unterstützt und so maßgeblich zu einer reibungslosen und gelungenen Tagung beigetragen.

Nicht zuletzt ist der Friedrich Stiftung sowie dem Unibund Göttingen e.V. sehr herzlich für ihre großzügige finanzielle Unterstützung der Arbeitstagung zu danken, ohne die ein solches produktives und wichtiges Unterfangen nicht möglich gewesen wäre.

Mit diesem Sammelband liegen die Debattenbeiträge der Arbeitstagung nun auch in Schriftform vor – dies gelang nur durch die tatkräftige Unterstützung von Christina Schmidt und Robert Halagan, mein letzter Dank gebührt daher ihnen.

Göttingen, im Oktober 2016

Christoph Bräuer←8 | 9→