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Denkrahmen der Deutschdidaktik

Die Identität der Disziplin in der Diskussion

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Edited By Christoph Bräuer

Auch wenn die Deutschdidaktik sich endgültig als akademische Disziplin etabliert hat, gehen die Meinungen, welchen Stellenwert sie in der Ausbildung von Professionalität oder Lehrkompetenz haben könnte, auseinander. Weder gibt es Konsens darüber, was die Hochschulbildung zur Professionalisierung leisten kann, noch ist der systematische Ort im Rahmen der wissenschaftlichen Disziplinen geklärt.

Der Band greift diesen Selbstverständigungsprozess auf und lenkt den Blick sowohl auf die geschichtliche Entwicklung, die gegenwärtige Gestaltung als auch auf die zukünftige Ausrichtung. Mit der Kompetenzorientierung sind neben den an Inhalten zu erwerbenden Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern auch die von zukünftigen Lehrkräften zu erwerbenden Kompetenzen in den Blick geraten. Zugleich wird die kompetente Lehrperson als Faktor effektiven (Fach-)Unterrichts stärker wahrgenommen und mit dieser Fokussierung der Wunsch nach einer fachdidaktischen Profilierung der Lehramtsausbildung verbunden.

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Einleitung – (k)ein Denkrahmen für die Deutschdidaktik? (Christoph Bräuer)

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Christoph Bräuer

Einleitung – (k)ein Denkrahmen für die Deutschdidaktik?

Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?

So abgegriffen dieser vielfach zitierte Titel aus Friedrich Schillers akademischer Antrittsrede in Jena 1789 klingen mag, er ist es eben auch deshalb, weil er damals wie heute zentrale Fragen einer akademischen Disziplin, zumal einer damals noch ganz jungen wie der Geschichtswissenschaft respektive einer heute immer noch recht jungen wie der Didaktik Deutsch, trifft: Die Frage nach der Identität, nach dem, was sie auszeichnet, und das heißt auch, was sie untersucht, beforscht und lehrt, auf der einen Seite, und die Frage nach dem „cui bono“, nach dem Ziel und der Funktion einer solchen Disziplin auf der anderen Seite.

Schiller wendet sich im weiteren Verlauf seiner Rede gegen ein allzu praktisch veranlagtes Studien- und Ausbildungsinteresse, eine „Brodgelehrtheit“. Er dagegen fordert „philosophische Köpfe“, denn der „Brodgelehrte“ werde „seinen ganzen Fleiß […] nach den Foderungen einrichten, die von dem künftigen Herrn seines Schicksals an ihn gemacht werden, und alles gethan zu haben glauben, wenn er sich fähig gemacht hat, diese Instanz nicht zu fürchten“. Wenn dieses Ziel erreicht ist, wird „seine größte Angelegenheit […] [sein], die zusammen gehäuften Gedächtnißschätze zur Schau zu tragen, und ja zu verhüten, dass sie in ihrem Werthe nicht sinken. Jede Erweiterung seiner Brodwissenschaft beunruhigt ihn, weil sie ihm neue Arbeit zusendet, oder die vergangene unnütz macht; jede wichtige Neuerung...

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