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Großstadtglaube

Katholische Präsenz in Berlin

Thomas Brose

Großstadt = Gottlosigkeit? Sind die spätmodernen Metropolen mit ihren Lebensrhythmen überhaupt dafür geeignet, Spiritualität und Glaube eine Chance zu geben? Braucht Religion den Exodus aufs Land?

Tatsächlich sind Religion und Urbanität, das Sakrale und das Säkulare, historisch auf das engste miteinander verknüpft. Am Beispiel Berlins zeigt die Publikation, was sich daraus für die Entwicklung einer zeitgenössischen (katholischen) Theologie ableiten lässt, wenn diese bereit ist, auf die Sprache der Großstadt zu hören und in ein fruchtbares Gespräch mit Philosophie und Literaturwissenschaft einzutreten («Berliner Ansatz»).

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Vorwort

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Berlin ist kein Ort, bei dem man zuerst an Theologie und Gotteserkenntnis denkt. Gilt nicht eher die Vermutung: Großstadt = Gottlosigkeit? Sind die spätmodernen Metropolen mit ihren Lebensrhythmen überhaupt dafür geeignet, Konfession und Spiritualität Raum zu geben? „In der Asphaltstadt bin ich daheim. Von allem Anfang / Versehen mit jedem Sterbesakrament: / Mit Zeitungen. Und Tabak. Und Branntwein.“ Bertolt Brecht, der im Gedicht Vom armen B.B. die urbane Welt der 1920ger Jahre besingt, hat Anteil daran, dass die Großstadt gerade unter Gläubigen nicht den besten Ruf genießt.

Uralt ist die Vorstellung von der Existenz heiliger Orte. Die Metropole Berlin scheint für viele dagegen ein ganz und gar säkularer Ort zu sein: eine Stadt ohne Gott. Dabei sind Religion und Urbanität, das Sakrale und das Säkulare, historisch auf engste miteinander verknüpft. Wer die Bibel liest, hat deshalb gar keine Möglichkeit, diesem Thema auszuweichen. Aber große Städte wie Babylon und Jerusalem symbolisieren dabei immer mehr als geographische Orte.

Die Friedliche Revolution hat Europa verändert – aber nirgendwo radikaler als im gemeinsam-geteilten Berlin. Seitdem ist die deutsche Metropole auf dem Weg, wieder Weltstadt zu werden. Wie nach dem Ersten Weltkrieg gewinnt gegenwärtig die Frage nach Religion und Urbanität stark an Bedeutung. Dieses Buch hat deshalb ein zentrales Thema: Es konzentriert sich darauf, im Dialog mit Philosophie, Soziologie, Geschichte und Literaturwissenschaft eine Theologie für Berlin – einen BERLINER ANSATZ – zu skizzieren.

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