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Sprachliche Schlüsselkompetenzen und die Ausbildungsreife Jugendlicher

Leseverstehen, Hörverstehen, mündliches und schriftliches Formulieren bei Hauptschulabsolventen deutscher und nichtdeutscher Muttersprache

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Lutz Götze, Norbert Gutenberg and Robin Stark

Hauptschulabsolventen haben oftmals Defizite in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen und erhalten daraufhin die Diagnose «nicht ausbildungsreif». Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «LRS – Lesen, Reden, Schreiben» an der Universität des Saarlandes entwickelte ein Trainingskonzept, mit dem diese Ausbildungsreife im letzten Hauptschuljahr erreicht werden könnte.

Das Buch stellt das Projekt und einige Implementationsansätze vor, die auf den Forschungsergebnissen basierende Curricula erproben. Dazu gehören die diagnostische Verbindung der Forschungstests mit den Kriterien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER), das Training für nicht ausbildungsreife Schulabgänger mit Migrationshintergrund, das Blended-Learning-Konzept für Azubis mit Defiziten in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen sowie sprachliche Schlüsselkompetenzen in Unternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

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1 Hintergründe, Projektrahmen, Begriffsbestimmungen (Norbert Gutenberg / Julia Linsenmeier)

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Norbert Gutenberg und Julia Linsenmeier

1 Hintergründe, Projektrahmen, Begriffsbestimmungen

1.1 Hintergründe – die PISA Studien

In internationalen Schul-Vergleichstests schneidet Deutschland recht gut ab, wenn Grundschüler getestet werden. Werden dagegen wie in den PISA-Studien 15-jährige Schüler und Schülerinnen untersucht, liegen die durchschnittlichen Leistungen deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Länder.1 In den PISA-Tests der Jahre 2000 und 2003 erreichte fast ein Viertel der Schüler in Deutschland im Lesen nur die niedrigste der fünf Kompetenzstufen oder nicht einmal diese. Aufgrund schwerwiegender Defizite in den Schlüsselkompetenzen Lesen, Reden, Schreiben und Hören gelten viele Hauptschulabsolventen in Deutschland als nicht ausbildungsfähig. Die Zahl der Ausbildungsstellen ist seit dem Ausbildungsjahr 2008/2009 gestiegen, die Zahl der Bewerber hat sich hingegen kaum verändert.2 Obwohl so gut wie jeder Bewerber versorgt werden könnte, bleiben viele Lehrstellen unbesetzt.3 Ein wichtiger Grund dafür ist die mangelnde Ausbildungsreife der Jugendlichen, die von den Betrieben beklagt wird.4 Betriebe lassen lieber Stellen offen, als Bewerber mit zu niedrigem Leistungsprofil einzustellen. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit blieben im Berichtsjahr 2010/2011 insgesamt 237.227 Ausbildungsstellen unbesetzt – und 238.704 Bewerber somit unversorgt.5 Betroffen sind nicht nur Schüler/-innen mit schlechten Abschlussnoten, sondern auch Jugendliche, die die Schule nach Ende der Schulpflicht ohne Abschluss verlassen. Die nachstehende Graphik6 zeigt, dass die Zahl der Schulabbrecher im Bundesdurchschnitt zwar gesunken ist, in einigen Bundesländern waren es 2008 aber im Vergleich zu 1999 bis zu 70 % mehr:←23 | 24...

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