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Sprachliche Schlüsselkompetenzen und die Ausbildungsreife Jugendlicher

Leseverstehen, Hörverstehen, mündliches und schriftliches Formulieren bei Hauptschulabsolventen deutscher und nichtdeutscher Muttersprache

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Edited By Lutz Götze, Norbert Gutenberg and Robin Stark

Hauptschulabsolventen haben oftmals Defizite in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen und erhalten daraufhin die Diagnose «nicht ausbildungsreif». Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «LRS – Lesen, Reden, Schreiben» an der Universität des Saarlandes entwickelte ein Trainingskonzept, mit dem diese Ausbildungsreife im letzten Hauptschuljahr erreicht werden könnte.

Das Buch stellt das Projekt und einige Implementationsansätze vor, die auf den Forschungsergebnissen basierende Curricula erproben. Dazu gehören die diagnostische Verbindung der Forschungstests mit den Kriterien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER), das Training für nicht ausbildungsreife Schulabgänger mit Migrationshintergrund, das Blended-Learning-Konzept für Azubis mit Defiziten in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen sowie sprachliche Schlüsselkompetenzen in Unternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

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2 Die Schlüsselkompetenzen Lesen, Reden, Schreiben und Hören

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In diesem Kapitel stellen wir unser Verständnis der Schlüsselkompetenzen Lesen, Reden, Schreiben und Hören vor, das als Ausgangsbasis der Tests und Trainings diente.

Ausgehend von PISA können wir feststellen, dass die Kompetenzen Lesen, Reden, Schreiben und Hören kulturelle Schlüsselqualifikationen1 sind, die als grundlegende Voraussetzungen nicht nur für den Erwerb von Bildung, sondern für die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben überhaupt zu werten sind. Ohne die Diskussion um den Kompetenzbegriff noch einmal aufrollen zu wollen, sei an dieser Stelle kurz umrissen, was für das Projekt LRS als Kompetenzbegriff tauglich war. Unter dem Begriff ‚Kompetenz‘ kann nach Criblez u. a. (2009) in einem ganzheitlichen Sinn die „Fähig- oder Fertigkeit verstanden werden, komplexe Anforderungen und Aufgaben in einem konkreten Kontext erfolgreich zu bewältigen, indem „[…] Ressourcen mobilisiert [werden]. Als Ressourcen gelten dabei zum einen Wissen, d. h. Kenntnisse, die in einer konkreten Situation abgerufen werden können“, zum zweiten Fertigkeiten, also Verfahrensweisen und Techniken wie Lesen, Reden, Schreiben und der Umgang mit Informationsquellen usw., sowie Fähigkeiten wie z. B. Empathie, Solidarität, Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit u. a., und als dritter Teilbereich die so genannten Ressourcen des Umfelds – Infrastruktur, persönliche Netzwerke usw. Allgemein gefasst beschreibt dieser Kompetenzbegriff demnach „Dispositionen zur Bewältigung bestimmter Anforderungen.“2

Der Stellenwert, der diesen Schlüsselkompetenzen an deutschen Schulen beigemessen wird, ist als äußerst kritisch zu bewerten. Wie in den neuen Bildungsstandards festgehalten wird, müssen Lesen,...

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