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Sprachliche Schlüsselkompetenzen und die Ausbildungsreife Jugendlicher

Leseverstehen, Hörverstehen, mündliches und schriftliches Formulieren bei Hauptschulabsolventen deutscher und nichtdeutscher Muttersprache

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Edited By Lutz Götze, Norbert Gutenberg and Robin Stark

Hauptschulabsolventen haben oftmals Defizite in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen und erhalten daraufhin die Diagnose «nicht ausbildungsreif». Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «LRS – Lesen, Reden, Schreiben» an der Universität des Saarlandes entwickelte ein Trainingskonzept, mit dem diese Ausbildungsreife im letzten Hauptschuljahr erreicht werden könnte.

Das Buch stellt das Projekt und einige Implementationsansätze vor, die auf den Forschungsergebnissen basierende Curricula erproben. Dazu gehören die diagnostische Verbindung der Forschungstests mit den Kriterien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER), das Training für nicht ausbildungsreife Schulabgänger mit Migrationshintergrund, das Blended-Learning-Konzept für Azubis mit Defiziten in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen sowie sprachliche Schlüsselkompetenzen in Unternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

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2.2 Schreiben, Schreibkompetenz und Schreibfähigkeit (Julia Linsenmeier / Karin Kröninger / Patricia Mueller-Liu / Babette Park)

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Julia Linsenmeier, Karin Kröninger, Patricia Mueller-Liu und Babette Park

2.2 Schreiben, Schreibkompetenz und Schreibfähigkeit

Folgende Faktoren wurden in das Konstrukt Schreibkompetenz aufgenommen: Orthographie, Grammatik, Idiomatik und Textmusterwissen: Von diesen Faktoren ausgehend, liegt Schreibkompetenz dann vor, wenn neben Kenntnissen in Rechtschreibung und Grammatik auch idiomatische bzw. stilistische Aspekte hinreichend berücksichtigt werden und eine angemessene Strukturierung realisiert wird. Ein Text ist erst dann nachvollziehbar, wenn er eine gewisse Gliederung auf semantischer und graphischer Ebene aufweist, an der sich der Leser orientieren kann. Der Autor muss sich darüber im Klaren sein, welche Informationen an welcher Textstelle vermittelt werden müssen. Oft bauen Informationen zum Ende eines Textes auf Vorwissen auf, das zu Beginn des Textes eingeführt werden muss. In der Linguistik und Sprachdidaktik spricht man hier von der Chronologie, die eingehalten werden muss, um einen Text verständlich zu gestalten: Der Verfasser baut eine – möglichst lückenlose – Kette von Informationen auf, die sich aufeinander beziehen. Das legt aber auch nahe, dass Schreibkompetenz und Textmusterwissen teilweise abhängig sind von Intelligenzaspekten, wie z. B. logisch-schlussfolgerndem Denken. Darüber hinaus muss der Autor, um adressatenorientiert formulieren zu können, in der Lage sein, beim Schreiben die Leserperspektive einzunehmen: Je besser der Autor sich in die Perspektive des Lesers hineindenken kann, desto leserorientierter und damit verständlicher kann er seinen Text gestalten.1

In der folgenden Betrachtung der Kompetenz Schreiben wird zunächst die Rolle dieser Fertigkeit im Alltagsleben erörtert. Nach einem Exkurs in...

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