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Die Ästhetische Revolution in Deutschland

1750–1950 – Von Winckelmann bis Nietzsche – von Nietzsche bis Beckmann

Meindert Evers

Die Ästhetische Revolution in Deutschland widerlegt das Klischeebild von Deutschland als Land von romantischen aber weltfremden Dichtern und Denkern. In Deutschland findet um 1750 eine ästhetische Revolution statt, an deren Anfang J. J. Winckelmann steht. In der romantischen Bewegung (Schiller, Hölderlin, Kleist) bahnt sich diese ästhetische Revolution, die Heine als einer der ersten kritisiert, einen Weg. Seit Heine ist die Kritik an der ästhetischen Revolution nicht mehr verstummt. Die ästhetische Revolution, die sich gegen die Rationalisierung und Mechanisierung der Welt kehrt, findet in Nietzsches Denken ihren Höhepunkt. In den 20er Jahren wird die ästhetische Revolution zu einer konservativen Revolution, die scheitern muss (George, Spengler, Th. Mann, Benn). Dass gerade nach 1945 die ästhetische Perspektive notwendig ist, zeigen Beckmann und M. Walser.

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Einführung

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Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vollzieht sich in Deutschland eine Revolution, eine ästhetische Revolution. Am Anfang dieser Umwälzung steht Johann Joachim Winckelmann, der erste ‚Apostel der Schönheit‘. Im Sturm-und-Drang und in der Romantik bahnt sich diese Revolution einen Weg. Dichter wie Schiller und Hölderlin verkünden den ästhetischen Menschen. Bis 1848 äußert sich diese revolutionäre Bewegung hauptsächlich theoretisch, literarisch und musikalisch. Seit 1848 werden jedoch andere Stimmen laut. Sie drängen auf eine Umsetzung des Ideals. Eine dieser Stimmen ist Wagner. Aber drängender und auch gefährlicher ist der Weckruf Friedrich Nietzsches. In seinem Denken kulminiert die Sehnsucht nach einer Wende.

Aus der ästhetischen Revolution wird eine deutsche Revolution. Zwar scheitert Letztere jämmerlich, doch wird die Notwendigkeit einer ästhetischen Revolution dadurch nicht geringer. Die Kunst von Gottfried Benn und Max Beckmann will zeigen, dass die moderne Wirklichkeit nur noch ästhetisch zu rechtfertigen ist.

Weshalb es gerade in Deutschland zu einer ästhetischen Revolution kam, weshalb diese ästhetische Revolution nach einem Höhepunkt im Fin de siècle in den zwanziger Jahren zu einer konservativen Revolution wurde und sich schließlich durch ihre Politisierung diskreditierte, ist das Thema dieses Buches. Dennoch wird das Recht dieser Revolution der Schönheit nicht geleugnet.

Mir ist bewusst, dass bestimmte Stellen dieses Buches als polemisch und provokativ aufgefasst werden können. Es wird sich zeigen, dass ich mich gegen eine negative und materialistische Deutung der Romantik wehre....

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