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Die Ästhetische Revolution in Deutschland

1750–1950 – Von Winckelmann bis Nietzsche – von Nietzsche bis Beckmann

Meindert Evers

Die Ästhetische Revolution in Deutschland widerlegt das Klischeebild von Deutschland als Land von romantischen aber weltfremden Dichtern und Denkern. In Deutschland findet um 1750 eine ästhetische Revolution statt, an deren Anfang J. J. Winckelmann steht. In der romantischen Bewegung (Schiller, Hölderlin, Kleist) bahnt sich diese ästhetische Revolution, die Heine als einer der ersten kritisiert, einen Weg. Seit Heine ist die Kritik an der ästhetischen Revolution nicht mehr verstummt. Die ästhetische Revolution, die sich gegen die Rationalisierung und Mechanisierung der Welt kehrt, findet in Nietzsches Denken ihren Höhepunkt. In den 20er Jahren wird die ästhetische Revolution zu einer konservativen Revolution, die scheitern muss (George, Spengler, Th. Mann, Benn). Dass gerade nach 1945 die ästhetische Perspektive notwendig ist, zeigen Beckmann und M. Walser.

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3. Die Zweideutigkeit der ästhetischen Revolution

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3. Die Zweideutigkeit der ästhetischen Revolution

3.1. Das Fin de siècle: Ende oder Wende? Zwischen Dekadenz und Aufbruch

Das Fin de siècle ist ein europäisches Phänomen. Zeitlich spielt es sich zwischen 1880–1920 ab. Der Name ist schon in den achtziger Jahren in Frankreich so populär, dass sogar ein Bühnenstück den Namen trägt. In den neunziger Jahren ist er bereits zum Modewort geworden: Hermann Bahr nennt eine Novellensammlung 1891 Fin de siècle.

Der Begriff steht für das Gefühl, Epigone, Spätgeborener zu sein, für das Bewusstsein, einer zu Ende gehenden Zeit anzugehören. Aber diese Endzeit birgt den Keim einer neuen Zeit.

Der biblische Ursprung der Bezeichnung – finis saeculi, Ende der Zeit, Ende der Welt – verweist auf das letzte Bibelbuch, die Offenbarung des Johannes oder Apokalypse. In der Offenbarung des Johannes wird das Ende dieser Zeit, das Ende dieser Welt vorhergesagt und in einer reichen, metaphorischen Sprache beschrieben. Dieses Ende habe Johannes auf Patmos in einem Buch mit sieben Siegeln gelesen, das ihm geoffenbart worden sei. Wenn das siebte Siegel geöffnet ist, wird das Jüngste Gericht über den Menschen kommen. Aufgeschrieben wurde diese Vision als Trost für die Christen, die unter den Verfolgungen des Kaisers Domitian litten.

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