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Bühnenkämpfe

Autor-Dramaturgen in der frühen DDR: Brecht, Kipphardt, Hacks

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Silke Flegel

Die theaterwissenschaftliche Studie reflektiert die Aufgabenstellung, Funktion und Problematik der Dramaturgen im Spannungsfeld von Theaterkunst und Kulturpolitik in der DDR. In der konzeptuellen «Denkfigur» des «Autor-Dramaturgen» beleuchtet sie zugleich zentrale Aspekte dieser besonderen Theatergeschichte. Die am konkreten theaterhistorischen Bühnengeschehen entwickelten Befunde werden mit interpretativen Zugriffen innerhalb dieses Spannungsfelds verortet, in der Denkfigur des Autor-Dramaturgen gewinnen sie ihren übergreifenden Anspruch. Mit der Charakterisierung von Brecht, Kipphardt und Hacks entwickelt die Studie keine ausgearbeitete Theorie des Autor-Dramaturgen in der DDR, sondern formuliert einen Vorschlag für eine an eine bestimmte historische und theatrale Situation gebundene Konstellation.

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Die Funktion des Dramaturgen

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Eine vollständige Darstellung der Geschichte des Dramaturgenberufs und seiner Funktionen liegt bislang nicht vor. Doch so wünschenswert eine solche für die theaterwissenschaftliche Forschung auch wäre, so kann es nicht die Aufgabe der vorliegenden Studie sein, sie zu schreiben.

Was für die Plausibilität der folgenden Argumentation jedoch unabdingbar ist, ist die Betrachtung der jeweiligen Abhängigkeit unterschiedlicher Funktionszuschreibungen innerhalb der Personalunion von Hausautor und Dramaturg zueinander:

Haben sich unterschiedliche Berufsbilder mit-, gegen- oder zueinander ausgebildet? Welche Funktionen hatte der Dramatiker inne, der im Auftrag eines einzelnen Theaterhauses Stücke zur Uraufführung an ‚seinem Theater‘ verfasste? Welche der Theatersekretär, der mit allerlei Aufgaben betraut war, neben vielen anderen auch mit dem Schreiben von Dramen? Welche der (hauseigene) Theaterkritiker und welche der Dramaturg und in welchem Verhältnis standen sie zueinander? Ist die der Untersuchung zugrundeliegende Denkfigur – also das über die zufällige Doppelkonstellation von Hausautor und Dramaturg in den Theaterhäusern der DDR hinausweisende Modell des Autor-Dramaturgen – das selbstverständliche Ergebnis einer langfristigen historischen Entwicklung oder handelt es sich hierbei um ein Konzept, das in dieser Deutlichkeit erst in der sozialistischen Kulturpolitik der DDR ihren Anfang nahm? Lassen sich Dramaturgenbiografien in der deutschen Theatergeschichte ausmachen, die eine Denkfigur begründen, die definiert ist durch die bewusst hergestellte Personalunion von Hausautor und Dramaturg? Wie wurde eine solche Personalunion gedacht und wie hat sich das auf diese Denkfigur zu beziehende theaterhistorische Material im Laufe der Jahrhunderte bis in die Realit...

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