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Schiedsrichtermanipulationen aus wirtschaftsstrafrechtlicher Sicht

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Eva-Maria Hoyler

Die Autorin untersucht die Strafbarkeit von Schiedsrichtermanipulationen aus wirtschaftsstrafrechtlicher Sicht. Dabei konzentriert sie sich zunächst auf die Vermögensdelikte Betrug und Untreue und anschließend auf den Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr. Im Rahmen der Subsumtion unter die Vermögensdelikte erweist sich nahezu jedes Tatbestandsmerkmal als problematisch. Betrug und Untreue sind nur im Einzelfall geeignet, Schiedsrichtermanipulationen zu erfassen. Der Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr ist hingegen de lege lata insgesamt ungeeignet, Schiedsrichtermanipulationen zu sanktionieren. Dies legt die Autorin anhand einer umfassenden Tatbestandsauslegung dar.

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§ 1 Einführung und Problemaufriss

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§ 1  Einführung und Problemaufriss

Wir schreiben das Jahr 1975. Der Deutsche Fußball-Bund deckt am Anfang des Jahrzehnts den sog. Bundesligaskandal auf, in dessen Verlauf der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Sportvereins D. S. C. Arminia Bielefeld Verlust- und Siegesprämien1 an vereinsfremde Spieler gezahlt hatte, um durch diese Geldzuwendungen die Ergebnisse der sportlichen Wettkämpfe im Sinne „seines“ Vereins zu beeinflussen. Das Landgericht Bielefeld sprach den angeklagten ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Sportvereins D. S. C. Arminia Bielefeld vom Anklagevorwurf strafbarer Untreue frei,2 nachdem drei Jahre zuvor eine Untreuestrafbarkeit von demselben Gericht, wenn auch einer anderen Strafkammer, bejaht wurde.3 Grund für die Neubeurteilung des Falles war eine zwischenzeitlich eingelegte Revision des Angeklagten, die – über eine vollumfängliche Aufhebung des Ersturteils durch den BGH – in eine Zurückverweisung zur Neuverhandlung mündete.4 Ein düsteres Kapitel sporthistorischer Vergangenheit5 wurde geschlossen.

Wir schreiben das Jahr 2005. Der Ex-Fußball-Schiedsrichter Hoyzer gesteht, in dieser Funktion mehrere Spiele, soweit ihm möglich, zu Gunsten der ihm zuvor benannten Mannschaften „verpfiffen“ zu haben; seine Komplizen hatten in Gewinnerwartung auf die entsprechenden Spiele gewettet.6 Das Landgericht Berlin verurteilte Hoyzer wegen Beihilfe zum (Wett-)Betrug.7 Die Verurteilung hatte auch vor dem BGH Bestand.8 Während also in den Siebzigerjahren der Untreuetatbestand in das Visier der strafjustiziellen Aufmerksamkeit gelangte, ← 3 | 4 → stand nunmehr der Betrugstatbestand im Fokus. Ein weiteres düsteres Kapitel sporthistorischer Geschichte.9

Wir schreiben das Jahr 2011. Die Debatte um die Reinheit des Sports entbrennt in...

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