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Schiedsrichtermanipulationen aus wirtschaftsstrafrechtlicher Sicht

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Eva-Maria Hoyler

Die Autorin untersucht die Strafbarkeit von Schiedsrichtermanipulationen aus wirtschaftsstrafrechtlicher Sicht. Dabei konzentriert sie sich zunächst auf die Vermögensdelikte Betrug und Untreue und anschließend auf den Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr. Im Rahmen der Subsumtion unter die Vermögensdelikte erweist sich nahezu jedes Tatbestandsmerkmal als problematisch. Betrug und Untreue sind nur im Einzelfall geeignet, Schiedsrichtermanipulationen zu erfassen. Der Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr ist hingegen de lege lata insgesamt ungeeignet, Schiedsrichtermanipulationen zu sanktionieren. Dies legt die Autorin anhand einer umfassenden Tatbestandsauslegung dar.

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§ 3 Manipulation von Schiedsrichtern im Lichte des Untreuetatbestandes

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§ 3  Manipulation von Schiedsrichtern im Lichte des Untreuetatbestandes

Nachdem im vorangegangenen Abschnitt die strafrechtliche Relevanz von Spielmanipulationen im Sportbereich unter dem Blickwinkel des Betrugstatbestandes untersucht worden ist und sich dabei herausgestellt hat, dass die Gewährung von Zuwendungen zu Manipulationszwecken durch den Tatbestand in aller Regel nicht erfasst werden kann, ist im Folgenden der Fokus auf den Tatbestand der Untreue zu richten. Es gilt zu ermitteln, ob und gegebenenfalls in welchen tatsächlichen Szenarien das unsportliche Manipulationsverhalten durch Vereinsgeschäftsführer als Untreue gegenüber „ihren“ Sportvereinen zu werten ist.

Allein unproblematisch dürften jene Fallkonstellationen sein, in welchen der manipulierende Geschäftsführer eines Sportvereins zum Zwecke der Beeinflussung einer Schiedsrichterentscheidung auf sein Privatvermögen zugreift; in Ermangelung einer Inanspruchnahme der fremden Vereins-Vermögenssphäre vermag in einer solchen Manipulationshandlung unzweifelhaft kein Untreueunrecht erblickt zu werden.

Ernsthaft in Betracht kommt eine Pönalisierung derartiger Manipulationshandlungen allerdings dann, wenn die manipulierende Einflussnahme auf Schiedsrichter mit einem – bildlich gesprochen – Griff in die Kasse des Sportvereins verbunden ist. Bedient sich der Täter zur Zielerreichung dessen Mittel, so scheint bei unbefangener Betrachtung – und insbesondere nach dem allgemeinen Rechtsempfinden – ein „klassischer Fall“ einer Veruntreuung von fremdem Vereinsvermögen vorzuliegen. Eine präzise Subsumtion unter die einzelnen Tatbestandsmerkmale ist indes nicht ohne Rückgriff auf die ausdifferenzierte Dogmatik des Untreuetatbestandes zu leisten.

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