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Schiedsrichtermanipulationen aus wirtschaftsstrafrechtlicher Sicht

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Eva-Maria Hoyler

Die Autorin untersucht die Strafbarkeit von Schiedsrichtermanipulationen aus wirtschaftsstrafrechtlicher Sicht. Dabei konzentriert sie sich zunächst auf die Vermögensdelikte Betrug und Untreue und anschließend auf den Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr. Im Rahmen der Subsumtion unter die Vermögensdelikte erweist sich nahezu jedes Tatbestandsmerkmal als problematisch. Betrug und Untreue sind nur im Einzelfall geeignet, Schiedsrichtermanipulationen zu erfassen. Der Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr ist hingegen de lege lata insgesamt ungeeignet, Schiedsrichtermanipulationen zu sanktionieren. Dies legt die Autorin anhand einer umfassenden Tatbestandsauslegung dar.

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§ 4 Manipulation von Schiedsrichtern im Profisport im Lichte des Tatbestandes der Bestechung im geschäftlichen Verkehr

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§ 4  Manipulation von Schiedsrichtern im Profisport im Lichte des Tatbestandes der Bestechung im geschäftlichen Verkehr

Nachdem in den vorherigen Abschnitten die strafrechtliche Relevanz von Schiedsrichtermanipulationen durch Geschäftsführer von Sportvereinen aus dem Blickwinkel der Vermögensdelikte des Betruges und der Untreue beleuchtet wurde und sich herausgestellt hat, dass das untersuchte Verhalten nur in seltenen Fällen sanktioniert werden kann, ist nun der Blick darauf zu richten, ob die Gewährung von Schmiergeldern an Schiedsrichter zwecks Beeinflussung des Spielgeschehens durch den Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr, § 299 Abs. 2 StGB, erfasst werden kann. Ist die geläufig sogenannte „Schiedsrichterbestechung“ doch keine Bestechung im rechtlichen Sinne?

Erstmalig wurde eine Strafbarkeit von Schiedsrichtermanipulationen gemäß § 299 StGB in dem Urteil des Landgerichts Kiel erwogen, welches die vorliegende Abhandlung zum Denkanstoß nahm. Wie bereits in der Einleitung dargelegt, standen der damalige Geschäftsführer und damalige Trainer des THW Kiel im Verdacht, die Schiedsrichter in Handball-Champions-League-Partien durch Gewährung hoher fünfstelliger Beträge manipuliert zu haben.

Eine erste Subsumtion unter den Tatbestand des § 299 Abs. 2 StGB könnte sich dabei wie folgt darstellen: Da der Geschäftsführer eines Sportvereins einen geldwerten Vorteil an den Schiedsrichter des den Wettbewerb ausrichtenden Verbandes gewährt und damit intendiert, dass „sein“ Sportverein seitens des Schiedsrichters in kritischen Spielsituationen unter Verstoß gegen sportliche Regeln gegenüber der gegnerischen Mannschaft bevorzugt werde, sei er strafbar.

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