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Schiedsrichtermanipulationen aus wirtschaftsstrafrechtlicher Sicht

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Eva-Maria Hoyler

Die Autorin untersucht die Strafbarkeit von Schiedsrichtermanipulationen aus wirtschaftsstrafrechtlicher Sicht. Dabei konzentriert sie sich zunächst auf die Vermögensdelikte Betrug und Untreue und anschließend auf den Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr. Im Rahmen der Subsumtion unter die Vermögensdelikte erweist sich nahezu jedes Tatbestandsmerkmal als problematisch. Betrug und Untreue sind nur im Einzelfall geeignet, Schiedsrichtermanipulationen zu erfassen. Der Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr ist hingegen de lege lata insgesamt ungeeignet, Schiedsrichtermanipulationen zu sanktionieren. Dies legt die Autorin anhand einer umfassenden Tatbestandsauslegung dar.

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§ 5 Zusammenfassung und Ausblick

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§ 5  Zusammenfassung und Ausblick

Anliegen der vorliegenden Abhandlung war es, zu untersuchen, inwiefern Schiedsrichtermanipulationen im Profisport durch Gewährung von Schmiergeldern durch Geschäftsführer von Sportvereinen ohne Beteiligung von Wettanbietern strafrechtlich relevant sind. Während derartige Manipulationshandlungen zunächst im Lichte der Vermögensdelikte des Betruges und der Untreue betrachtet wurden, schloss die Untersuchung mit Ausführungen zu einer etwaigen Strafbarkeit wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr ab.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Betrugstatbestand in aller Regel ungeeignet ist, derartiges Manipulationsverhalten zu erfassen. Zwar wird man eine Täuschungshandlung des Geschäftsführers gegenüber dem ausrichtenden Verband und dem Preisspender noch annehmen können; bereits gegenüber dem gegnerischen Verein fehlt es aber an einer solchen. Als problematisch hat sich auch erwiesen, inwiefern überhaupt ein Irrtum angenommen werden kann. Auch das Vorliegen eines verfügungsbedingten Vermögensschadens aufseiten der potentiellen Betrugsopfer bereitet – nicht nur in puncto praktischer Nachweisbarkeit – erhebliche Schwierigkeiten. Überdies fehlt es jedenfalls an der Stoffgleichheit des (etwaig) erstrebten Vermögensvorteils mit dem (etwaigen) Vermögensschaden.

Die Untersuchungen der Manipulationshandlungen im Lichte des Untreuetatbestandes haben ergeben, dass im Falle eines Einsatzes von Vereinsmitteln durchaus eine Untreuestrafbarkeit des Geschäftsführers gegenüber „seinem“ Sportverein ausgelöst werden kann. Allerdings ist in praxi genau zu prüfen, inwiefern nicht die mittels Zuwendungsgewährung erlangte Aussicht darauf, Mehreinnahmen zu erzielen, den zuwendungsbedingten Vermögensabfluss vollständig zu kompensieren geeignet ist.

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