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Otto Freundlich (1878–1943)

Individualist im Netzwerk der Pariser Avantgarde – Das Frühwerk

Lena Reichelt

Die Autorin analysiert umfassend das Frühwerk des deutschen Künstlers Otto Freundlich (1878–1943). Dieser begann bereits während seines ersten Paris-Aufenthaltes 1908 eine eigenständige, nicht-gegenständliche Formensprache zu entwickeln, ohne sich wie zahlreiche seiner Zeitgenossen den vorherrschenden Kunststilen anzupassen oder unterzuordnen: «Ich habe […] nach meiner inneren Überzeugung geschaffen, die verlangte, von der Tradition abzugehen.» Anhand der Rekonstruktion seines Netzwerkes positioniert die Untersuchung den Künstler als selbstbewussten Wegbereiter der Abstraktion innerhalb der Pariser Avantgarde.

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4 Paris als Lebensmittelpunkt: 1910–1914

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4 Paris als Lebensmittelpunkt: 1910–1914

4.1 Ein neues Umfeld und neue Kontakte

4.1.1 Von Montmartre nach Montparnasse

Nachdem Freundlich zunächst Anfang 1910 von Berlin nach München gezogen war,667 fasste er umgehend den Entschluss, sich erneut nach Paris zu begeben, um „so schnell wie möglich diesen unfruchtbaren Aufenthalt“668 zu beenden. Er berichtete Walden zudem:

„Ich bin von München sehr deprimiert und weiß, daß mein Schaffen mich hier 10fache Kraft kostet […]. Jeder Tag den ich gezwungen hier zubringen muß gleicht einem widerwärtigen, verunreinigenden Kompromiß u. so fordert er unendliche Opfer.“669

Doch wann Freundlich schließlich nach Paris aufbrach, über welche finanziellen Mittel er verfügte670 und ob er diese Reise mit der Vorstellung antrat, längerfristig in Paris leben zu wollen, ist nicht bekannt.671 Spätestens im Dezember 1910 muss er schließlich in Paris angekommen sein, wie eine Postkarte an Walden belegt, eine Adresse oder weitere Einzelheiten hinsichtlich seines Aufenthalts oder zukünftiger Pläne benannte Freundlich jedoch nicht.672 Auch die nachfolgenden Postkarten an Walden vom März und April 1911 geben keinerlei Aufschluss über mögliche wieder aufgenommene Kontakte zu ihm bereits bekannten Künstlern und Intellektuellen.673←125 | 126→

Die Kopfzeilen der beiden Schriftstücke vom März 1911 lassen darauf schließen, dass er zunächst im Hôtel de France & de Bretagne in Montparnasse674 und ab Ende März im Hôtel des Deux Amériques675...

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