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Otto Freundlich (1878–1943)

Individualist im Netzwerk der Pariser Avantgarde – Das Frühwerk

Lena Reichelt

Die Autorin analysiert umfassend das Frühwerk des deutschen Künstlers Otto Freundlich (1878–1943). Dieser begann bereits während seines ersten Paris-Aufenthaltes 1908 eine eigenständige, nicht-gegenständliche Formensprache zu entwickeln, ohne sich wie zahlreiche seiner Zeitgenossen den vorherrschenden Kunststilen anzupassen oder unterzuordnen: «Ich habe […] nach meiner inneren Überzeugung geschaffen, die verlangte, von der Tradition abzugehen.» Anhand der Rekonstruktion seines Netzwerkes positioniert die Untersuchung den Künstler als selbstbewussten Wegbereiter der Abstraktion innerhalb der Pariser Avantgarde.

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8 Resümee

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8 Resümee

„Ich fürchte mich vor dem Zerbrochenwerden nicht, denn ich zerbreche mich selbst dauernd“1242. Eine Aussage Freundlichs von 1924, die bereits für sein Frühwerk kennzeichnend ist. Denn Freundlichs künstlerisches Schaffen als Maler und Bildhauer bis August 1914 ist maßgeblich geprägt von Brüchen und Sprüngen, die ein solches, immer neues Zerbrechen veranschaulichen.

Wie in der vorliegenden Arbeit nachgewiesen werden konnte, ist die gewählte chronologische Betrachtung von Freundlichs Frühwerk, eingebettet in die Rekonstruktion seines, in Paris verorteten Netzwerks so sinnvoll, wie notwendig. Dadurch zeigt sich in seinem gesamten Frühwerk eine Parallelität von künstlerischem Schaffen und sozialen Einflüssen, die fast schon autonom nebeneinander stehen. Eine Parallelität, die Freundlichs künstlerische Sonderrolle innerhalb der Pariser Avantgarde abbildet, auch wenn einzelne punktuelle Beeinflussungen des Umfeldes auf sein Œuvre durchaus stattfanden. So konnte anhand dieser gewählten Verknüpfung ein neuer Blick auf Freundlich als Maler und Bildhauer in den Jahren vor 1914 gewonnen werden. Ein Herangehen, das nicht nur in einer ersten umfassenden, chronologischen Aufarbeitung seines Frühwerks mündete, sondern darüber hinaus ihn auch als einen bisher gleichsam in Vergessenheit geratenen Künstler innerhalb der Pariser Avantgarde zwischen Abstraktion und Figuration neu positioniert. Eine Positionierung, die aus einer Betrachtung seiner Herkunft und seines, vergleichsweise spät einsetzenden künstlerischen Werdegangs gewonnen werden konnte und aufzeigt, wie Freundlich bereits während seiner ersten Jahre als Bildhauer begann, eine Eigenständigkeit zu entwickeln....

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