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Der Hamburger Theaterskandal von 1801

Eine Quellendokumentation zur politischen Ästhetik des Theaters um 1800

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Martin Schneider

Der Herausgeber dokumentiert, kommentiert und analysiert erstmals den Hamburger Theaterskandal von 1801. Damals kam es zu einer offenen Rebellion des Publikums gegen die fünf Direktoren der Bühne. Lautstark forderten die Zuschauer ein Mitspracherecht bei künstlerischen Entscheidungen. Sie zeigten damit, dass das Theater um 1800 als öffentlicher Verhandlungsort politischer und ästhetischer Konflikte zu begreifen ist. Dieses Buch dokumentiert den Hamburger Theaterskandal anhand historischer Pressetexte. Dabei macht der Herausgeber deutlich, welche Rolle die Medien bei der Eskalation des Streits und seiner Bewältigung in der Öffentlichkeit spielten. Die hier zum ersten Mal edierten und kontextualisierten Quellen des Skandals erlauben neue Erkenntnisse über die Funktionsweise von Theaterskandalen überhaupt.

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Vorwort des Herausgebers

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In Hamburg kam es am 20. April des Jahres 1801 zu einem außergewöhnlichen Ereignis in der Geschichte des deutschen Theaters: Das Publikum hatte sich im Zuschauerraum versammelt, um offen gegen die Direktion des Hamburger Schauspielhauses zu rebellieren und eine Mitbestimmung bei künstlerischen und ökonomischen Entscheidungen zu fordern. So einzigartig dieser politische Protest auch in den Augen der Zeitgenossen war und selbst aus der zeitlichen Entfernung von über zwei Jahrhunderten betrachtet noch ist, zeigt er doch exemplarisch, dass das Theater um 1800 nicht nur als ästhetischer Raum, sondern auch als öffentlicher Verhandlungsort sozialer Konflikte zu begreifen ist. Während sich bisherige Forschungen zum Theaterskandal auf die Zeit um 1900 konzentrieren, soll dieses Buch zeigen, dass schon hundert Jahre zuvor das Theater ein gesellschaftliches Forum bot, in dem politische, ökonomische und ästhetische Kämpfe ausgetragen wurden. Es soll also nicht um einen Beitrag zur Lokal- und Kulturgeschichte Hamburgs gehen, sondern um die Tiefenstruktur des deutschen Theaters im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert.

Dass hier zum ersten Mal eine ausführliche Quellendokumentation eines einzigen Theaterskandals vorgelegt wird, verspricht neue Aufschlüsse über die Funktionsweise von Theaterskandalen überhaupt: ihre Bedeutung für den öffentlichen Diskurs, ihre Rolle bei der Überwindung alter und der Etablierung neuer Normen, ihre spezifische Eskalationsdynamik. Die Lektüre des umfangreichen Materials soll durch dessen chronologische Anordnung erleichtert werden. Die Diskussion um das Theater, die vor dem Skandal in der Öffentlichkeit geführt wurde, wird ebenso dokumentiert wie die zahlreichen Berichte über den...

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