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Der Hamburger Theaterskandal von 1801

Eine Quellendokumentation zur politischen Ästhetik des Theaters um 1800

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Edited By Martin Schneider

Der Herausgeber dokumentiert, kommentiert und analysiert erstmals den Hamburger Theaterskandal von 1801. Damals kam es zu einer offenen Rebellion des Publikums gegen die fünf Direktoren der Bühne. Lautstark forderten die Zuschauer ein Mitspracherecht bei künstlerischen Entscheidungen. Sie zeigten damit, dass das Theater um 1800 als öffentlicher Verhandlungsort politischer und ästhetischer Konflikte zu begreifen ist. Dieses Buch dokumentiert den Hamburger Theaterskandal anhand historischer Pressetexte. Dabei macht der Herausgeber deutlich, welche Rolle die Medien bei der Eskalation des Streits und seiner Bewältigung in der Öffentlichkeit spielten. Die hier zum ersten Mal edierten und kontextualisierten Quellen des Skandals erlauben neue Erkenntnisse über die Funktionsweise von Theaterskandalen überhaupt.

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19. Annalen des Theaters. Neuntes Stück. Freytag den 6. März 1801, S. 148–149.

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19. Annalen des Theaters. Neuntes Stück. Freytag den 6. März 1801, S. 148–149.

Abermals weisen die „Annalen“ in scharfen Worten auf das in ihren Augen ungerechtfertigte Zusammenstreichen von Originaltexten hin. Auslöser ist diesmal die Vorstellung vom 24. Februar 1801, bei der Ifflands „Selbstbeherrschung“ gegeben wurde. Das Publikum wird nun, eineinhalb Monate vor Ausbruch des Protests, offen zum Widerstand aufgerufen.

Die unnütze Scheere der Direktion, die stets so unweise geführt, und zur Verstümmelung der besten Stücke, wie schon mehreremale gerügt ist, gebraucht wird, hatte denn auch dieses vollendete Schauspiel nicht unverschont, und daher nicht unverhunzt gelassen. – Ausser verschiedenen kleinen absurden Ab= und Veränderungen, fehlte auch die zwölfte Scene des 5ten Aufzugs. – Wann wird das doch einmal anders werden? – Bey der jetzigen sklavischen Duldsamkeit des hiesigen Publikums, das ehemals für das gültigste Forum des [149] Geschmacks fast in allen deutschen Kreisen galt, wohl nie. – Es erhebe sich aber nur einmal mit Kraft und Muth gegen jede Ungerechtigkeit, die man auf Kosten seiner allzugroßen Toleranz jetzt so häufig zu begehen wagt, und wir werden bald Manches anders sehen; bald weniger Eines und Dasselbe in diesen Blättern zum Ekel wiederholen müßen! –

[148] dieses vollendete Schauspiel] gemeint ist die Aufführung des Stückes Selbstbeherrschung von August Wilhelm Iffland am 24.2.1801. Das Stück wurde in Hamburg erstmals am 16.4.1799 aufgeführt.

20. Raisonirendes Journal vom deutschen Theater zu Hamburg....

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