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Österreichische Dichterinnen im New Yorker Exil zwischen 1938 und dem Beginn der 1980er Jahre

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Olena Komarnicka

Dieses Buch stellt das Leben und Werk der österreichischen Dichterinnen jüdischer Herkunft Mimi Grossberg, Margarete Kollisch, Gertrude Urzidil und Maria Berl-Lee im New Yorker Exil zwischen 1938 und dem Anfang der 1980er Jahre vor. Dank ihrer Werke, ihrer literarischen und kulturellen Tätigkeit im Exil und auch aufgrund ihres Engagements im Rahmen der Hilfe und Unterstützung für Emigranten, gehören diese Autorinnen zu den wichtigsten Vertreterinnen der österreichischen Lyrik im New Yorker Exil. Das Buch skizziert anhand authentischer Lebenszeugnisse, wie Biographien, Tagebücher und Interviews sowie fiktionaler Texte, wie Erzählungen und lyrische Gedichte, ein Porträt der Lyrikerinnen und beschreibt eindrücklich das Emigrantenmilieu in der Großstadt New York.

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2. Anfänge der Emigration. Exilland USA – Exilort New York

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2.  Anfänge der Emigration. Exilland USA – Exilort New York

2.1  Einwanderungsmöglichkeiten und das amerikanische Immigrationsrecht

„In der Einwanderung nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika zeigt sich der […] Zusammenhang der Auswanderung aus der Ostmark mit den vorhergegangenen Auswanderungswellen seit dem Jahr 1880 in besonders deutlicher Weise. Durch die Einwanderung von mehr als drei Millionen Juden in der Zeit von 1880 bis 1937 war es in den Jahren 1938 und 1939 einer großen Anzahl von Personen möglich, von Verwandten und Freunden, die bereits in den Vereinigten Staaten von Nordamerika lebten, Affidavits zu erhalten. […]“90

Deutschsprachige Emigranten gab es nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in ganz Europa, es ist kaum möglich alle Orte aufzuzählen, in denen sie sich aufhielten. Zu den wichtigsten Aufnahmeländern gehörten: England, Frankreich, Portugal, die Schweiz, Russland, Italien und Belgien. Mit der sich ständig verändernden Situation in Europa und der Besetzung weiterer Länder durch die Nationalsozialisten bestand für die Flüchtlinge nur die Möglichkeit in weiter entfernte Länder zu fliehen. Die Erweiterung des deutschen Machtbereiches im Jahre 1938 und der Kriegsbeginn 1939 zeigten ihnen, wie unvorsichtig es gewesen war, weiterhin in Europa zu bleiben. Die Vereinigten Staaten nahmen in dieser Zeit die meisten emigrierten Schriftsteller auf. Zwischen März 1938 und dem Kriegsbeitritt der USA im Dezember 1941 nahmen sie rund 30.000 ÖsterreicherInnen auf, die von den Nationalsozialisten aus ihrer Heimat vertrieben worden waren.91 Es...

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