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Indigene Schreiber im kolonialen Peru

Zur juristisch-administrativen Textproduktion im Jauja-Tal (16. und 17. Jahrhundert)

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Ulrike Kolbinger

Dieses Buch untersucht den sprachlichen und textuellen Erfahrungsraum indigener Schreiber in der öffentlich-rechtlichen Sphäre während des 16. und 17. Jahrhunderts in Peru, der bislang von der Hispanistik und der historischen Forschung kaum beachtet worden ist. Die empirische Grundlage bilden erstmals zugänglich gemachte juristisch-administrative Texte, die im Jauja-Tal in den zentralen Anden Perus auf Spanisch entstanden. Die Autorin unterzieht sie einer pragmatisch orientierten Textanalyse. Die Berücksichtigung der historischen Verortung der Daten und der Sprachkontaktsituation Spanisch-Quechua im Jauja-Tal, die diese Studie durch eine qualitative Analyse gewährleistet, erweist sich als Schlüssel zu einer angemessenen Interpretation der Texte.

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5 Textanalysen

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Die Erläuterung der Entstehungszusammenhänge der Korpustexte in Kapitel 2 hat bereits gezeigt, in welchen Situationen, bezüglich welcher Themen und in welcher Rolle Indigene als Akteure in der öffentlich-rechtlichen Kommunikation auftreten konnten. In diesem Kapitel steht eine vergleichende Analyse im Mittelpunkt, bei der die Texte aus dem Untersuchungskorpus einem Vergleichskorpus gegenübergestellt werden. Die Analyse erfolgt für Aktenvermerke, Testamente, Bittschriften, memorias und Briefe getrennt. Ihr liegt das folgende Schema zu Grunde: Zunächst wird der situative und sprachliche Kontext, der je spezifisch für die Textsorte ist, zugänglich gemacht. Anschließend findet eine Beschreibung der jeweiligen sprachlich-textuellen Verfasstheit der Korpustexte statt. Vor dem Hintergrund der Vergleichstexte lassen sich dann Differenzqualitäten in der Grafie, im morphologischen und syntaktischen Bereich, im lexikalisch-semantischen und im textpragmatischen Bereich der Texte im Untersuchungskorpus ausmachen. Die Rekapitulation und Interpretation der Differenzqualitäten geschieht vor dem Hintergrund des sprachlichen und situativen Kontexts der Aktenvermerke, Testamente, Bittschriften, memorias und Briefe sowie der Sprachkontaktsituation Spanisch – Quechua im Jauja-Tal. Die sprachlichen und textuellen Differenzqualitäten werden auf die Schreiber der Texte bezogen, um indigene Schreiber zu ermitteln. Der Grad und die Art der ‚Abweichungen‘ gestatten ferner, Rückschlüsse auf das Sprach- und Textwissen des jeweiligen indigenen Schreibers zu ziehen.

5.1 Aktenvermerke über notificaciones und pregones

5.1.1 Korpusübersicht

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