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Unterrichtsforschung im Fach Englisch

Empirische Erkenntnisse und praxisorientierte Anwendung

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Edited By Holger Limberg and Olaf Jäkel

Die empirische Erforschung des Englischunterrichts in verschiedenen Schulformen und Klassenstufen sowie deren Nutzen für die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte stehen im Zentrum dieses Sammelbandes. Die Beiträge präsentieren neueste Erkenntnisse zum Englischunterricht auf der Primar- und Sekundarstufe. Darüber hinaus erörtern sie forschungsmethodische und -methodologische Fragestellungen kritisch und diskutieren die Frage, welchen Mehrwert die empirische Unterrichtsforschung für die Englischdidaktik liefern kann. Einige Beiträge zeigen praxisorientierte Anwendungsmöglichkeiten und reflektieren diese kritisch, insbesondere dahingehend, wie Unterrichtsdokumentationen in Form von Videoaufnahmen oder Transkripten zur Professionalisierung von angehenden Lehrkräften eingesetzt werden können.

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Fehlerkorrekturen und Rückmeldungen in Theorie und Praxis

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Abstract: Rückmeldungen und Korrekturen nehmen nicht nur einen zentralen Punkt in der Lehrtätigkeit ein, sie werden auch häufig beforscht – meist wird dabei die effektivste Rückmeldungsart gesucht. Doch wie gehen Lehrerinnen und Lehrer überhaupt mit Fehlern von Lernenden um? Die konversationsanalytische Aufarbeitung videografierter Unterrichtsstunden ermöglicht einen neuartigen Blick auf den Rückmeldungs- und Korrekturprozess im Englischunterricht. Statt des fast nicht operationalisierbaren Korrekturerfolges (uptake) stehen bei diesem Vorgehen Handlungen und deren Auswirkungen auf das wechselseitige Verstehen zwischen Lehrkräften und Lernenden im Fokus, was an den Ergebnissen eines Forschungsprojekts gezeigt wird. Die durchgeführte Konversationsanalyse von elf Unterrichtsstunden aus bayerischen Realschulen und Gymnasien resultierte in einem Kategoriensystem mit vier Oberkategorien: Wertungen, Korrekturen, Erklärungen und Aufforderungen. Im Gegensatz zu etablierten, quantitativ ausgerichteten Kategoriensystemen sind die in dieser qualitativen Studie erarbeiteten Kategorien frei kombinierbar. Sie zeigen somit ein neues, komplexeres Bild des wechselseitigen Verstehens in Rückmeldungs- und Korrekturprozessen. Dieses komplexe Bild trägt wiederum zur praktischen Anwendbarkeit bei, denn der vielschichtige Rückmeldungs- und Korrekturprozess lässt sich nicht auf einen Einzelaspekt reduzieren.

1 Einleitung

In der DESI-Studie (DESI Konsortium 2006: 49) wird das Korrekturverhalten der an der Studie teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer (im Folgenden LehrerInnen) stark bemängelt, da „[…] nur in knapp 15 % der Fälle, in denen Fehler korrigiert werden, die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit erhalten, dies selbst zu tun (‚Selbstkorrektur‘). In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle korrigiert die Lehrerin oder der Lehrer.“ Die...

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