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Der Anspruch auf Auskunft über die Identität der eigenen genetischen Eltern

Ein Rechtsvergleich für Deutschland und Österreich

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Tania Majercik

Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über die Rechtsfragen und einschlägigen nationalen sowie internationalen Rechtsquellen im Zusammenhang mit Ansprüchen auf Auskunft über die Identität der eigenen biologischen Eltern. Die Autorin stellt dabei die Rechtsordnungen von Österreich und Deutschland gegenüber. Sie erläutert die Existenz und Reichweite des Grund- und Menschenrechts auf Kenntnis der eigenen Abstammung und die familienrechtlichen Regelungen zur rechtlichen Abstammung. Sie untersucht, ob Personen, die ihre eigene leibliche Abstammung nicht kennen, Ansprüche auf Auskunft über die Identität der eigenen genetischen Eltern haben. Die Autorin bildet dabei vier Fallgruppen: Kinder ohne rechtliche väterliche Abstammung, Kinder mit Scheineltern, Adoptivkinder und Fälle der Fortpflanzungsmedizin.

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Einleitung

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Das Interesse an der eigenen biologischen Abstammung ist gerade in den letzten zwei Jahrzehnten durch die Zugänglichkeit der genetischen Informationen aufgrund des medizintechnischen Fortschritts stark gestiegen.

So existiert auch eine Reihe von Veröffentlichungen1 zum deutschen Recht, die sich mit dem Recht auf „Kenntnis der eigenen Abstammung“ auseinandersetzen. Dabei werden zivilrechtliche Auskunftsansprüche auf Nennung der biologischen Eltern selten oder nur flüchtig angesprochen: Insbesondere die älteren Werke vermengen die Frage des Rechts auf Kenntnis der eigenen Abstammung mit einer Bestandsanalyse der Möglichkeiten, eine Abweichung von biologischer und rechtlicher Elternschaft im Einzelfall zu korrigieren. Die neueren Publikationen zum Recht auf Kenntnis der genetischen Abstammung erschienen insbesondere im Zusammenhang mit der Fortpflanzungsmedizin oder der anonymen Kindesabgabe, richten ihr Augenmerk auf die verfassungsrechtlichen, strafrechtlichen und abstammungsrechtlichen Aspekte der Thematik und erwähnen die mögliche Existenz zivilrechtlicher Ansprüche auf Nennung der biologischen Eltern allenfalls am Rande. In Abhandlungen zu einzelnen Fallgruppen des Auseinanderfallens von rechtlicher und biologischer Elternschaft wird ganz unterschiedlich auf das Problem eines Anspruchs auf Kenntnis der genetischen Eltern eingegangen: So wird typischerweise bei Veröffentlichungen zum Recht nichtehelicher Kinder bzw. der Ehebruchkinder oder im Zusammenhang mit falschen Vaterschaftsanerkenntnissen die Frage nach dem Kenntnisrecht oft mit der nach einer Korrektur „fehlerhafter“ Zuordnungen gleichgesetzt, während in der Literatur zum Adoptionsrecht die Frage nach dem Anspruch auf Kenntnis der leiblichen Eltern niemals mit Überlegungen einer (erneuten) Änderung der rechtlichen Zuordnung des Kindes einhergeht. ← 19 | 20 →

Die viel diskutierte Problematik der Feststellung von...

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