Show Less
Restricted access

Lehren und Lernen mit Bildungsmedien

Grundlagen – Projekte – Perspektiven – Praxis

Edited By Thomas A. Bauer and Bernd H. Mikuszeit

Das Buch fasst die Problemstellungen und die Ergebnisse der beiden von der Europäischen Kommission im Programm Lebenslanges Lernen geförderten Projekte «E-Teaching» und «Blended-Learning» zusammen. Dazu erörtern die Beiträge Grundlagen, Perspektiven und theoretische Zugänge von Lehren und Lernen in der Mediengesellschaft und diskutieren einen neuen, mediologischen Zugang zur Theorie von Bildungsmedien, der den Begriff der Wissensvermittlung um den der Wissensverständigung erweitert. Der Band beschreibt und analysiert Projekte und den Einsatz von Bildungsmedien in der pädagogischen Praxis und stellt grundsätzliche Überlegungen an zu Qualitätskriterien und zur Bewertung von Bildungsmedien. Dabei berücksichtigen die Beiträge unterschiedliche Bildungsmedienformate.

Show Summary Details
Restricted access

Lesen in einer Bilderwelt. Die Bedeutung von Lesen Lernen in einer medialen Welt (Gerda Kysela-Schiemer)

Extract

| 127 →

Gerda Kysela-Schiemer

Lesen in einer Bilderwelt

Die Bedeutung von Lesen Lernenin einer medialen Welt

Ausgangssituation

Ohne Zweifel muss eine Sprache verstanden und deren zugehörige Schrift beherrscht werden, will man einen Text verstehen. Ist das bei Bildern ebenso der Fall? Gibt es eine Bilderschrift oder eine Bildersprache, die erlernt werden muss, um ein Bild zu verstehen? (vgl. Hasebrook 1995 : 91). Ein Bild sagt doch mehr als 1000 Worte? Wird die Bedeutung von Bildern zu hoch bewertet (Pörksen 1997)? Die Bedeutung von Sprache unterschätzt?

Fragen, auf die es unterschiedliche Antworten, vor allem aber für die es keine einheitliche Theorie zum Verstehen von Bildern gibt (Hasebrook 1995; Oestermeier 2001; Schnotz 2002; Weidenmann 1994; 2002). „Die kognitive Funktion von Bildern ist bereits in der klassischen griechischen Philosophie intensiv diskutiert worden“ (Oestermeier 2008 : 2) und bemüht in seinem Aufsatz Kant: „Begriffe ohne Anschauung sind blind“ (Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, 1781, zitiert in Oestermeier a.a.O.: 1). Die Aussage Kants spiegelt die Einstellung vieler Menschen wider, die bildliches Denken subjektiv für unentbehrlich halten. Anschaulichkeit und Bildlichkeit gelten in der Alltagssprache als Synonym für Verständlichkeit.

Bildwirkung und Sprachwirkung

Der Siegeszug der Bildkommunikation ist unaufhaltsam. Immer größere, farbigere, dynamischere Bilder sind gefragt. Garcias Aufruf aus dem Jahre 1987, „Denke bildlich!“, als damaliges Postulat für ein neues Zeitungsdesign (Garcia 1987 : 21) ist allgegenwärtig. Selbst schwierige und heikle Themen werden dem...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.