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Facetten deutsch-koreanischer Beziehungen

130 Jahre gemeinsame Geschichte

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Edited By Eun-Jeung Lee and Hannes B. Mosler

Die Beiträge dieses Sammelbandes behandeln ausgewählte Facetten der gemeinsamen Geschichte Deutschlands und Koreas in Geschichte und Politik, Lebensumständen und Migration sowie Kultur und Lebenswelten. Beide Länder verstehen sich jeweils als das Herzstück Europas und Ostasiens und feierten im Jahre 2013 das 130. Jubiläum ihrer diplomatischen Beziehungen seit dem ersten offiziellen Vertrag vom 26. November 1883. Trotz ihrer geographischen Lage, geschichtlichen Entwicklung und weltpolitischen Bedingungen, gerade in jüngster Zeit, haben Deutschland und Korea bis heute ihre teils recht engen, teils aber auch etwas lockeren Beziehungen aufrechterhalten.

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Koreanisch-deutscher Kulturaustausch im Spiegel Chŏng Kyu-hwas Suche nach Mirok Li (Yun-Young Choi)

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Yun-Young Choi

Koreanisch-deutscher Kulturaustausch im Spiegel Chŏng Kyu-hwas Suche nach Mirok Li1

Mirok Li ist der Künstlername von Yi Ŭi-gyŏng (03. August 1899–20. März 1950), der in Deutschland als der Autor des autobiographischen Romans Der Yalu fließt bekannt geworden ist. Dieser Roman fand in Deutschland große Resonanz, da er von einem Koreaner auf Deutsch geschrieben wurde. Seitdem sind 70 Jahre vergangen, aber bis heute ist kein von einem Koreaner geschriebenes Werk mit einem annährend vergleichbaren Erfolg in Deutschland erschienen. Allein deshalb verdienen Mirok Lis Aktivitäten in Deutschland größere Aufmerksamkeit, als dies bisher der Fall war. Mirok Li hat jedoch nicht nur durch diesen Roman, sondern auch durch seine diversen Aktivitäten im koreanisch-deutschen Kulturaustausch ein deutliches Erbe hinterlassen. Es ist auch kein Zufall, dass die höchste Auszeichnung für herausragende Verdienste um die koreanisch-deutschen Kulturbeziehungen seinen Namen trägt, nämlich der Mirok-Li-Preis.

Allerdings dauerte es Jahrzehnte nach seinem Tod, bis man in Korea auf ihn aufmerksam wurde. Es war der koreanische Germanist Chŏng Kyu-hwa (1936–2014), der Mirok Lis Texte entdeckte und sammelte. Chŏng Kyu-hwa hörte 1956 in einer Germanistikvorlesung von Professor Chŏng Ch’ŏ-mok zum ersten Mal von Mirok Li und seinen Werken. Er kam 1965 nach München, um dort Germanistik zu studieren, wo er in einem Antiquariat zufällig eine Frau namens Wölfle traf, die sich an Mirok Li gut...

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