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Nominalphrase in der Sprache des Handelsrechts aus deutsch-polnischer kontrastiver Sicht

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Gabriela Nitka

Die Monographie untersucht die minimalen und erweiterten Nominalphrasen in der deutschen und polnischen Rechtssprache. Nominalphrasen bilden das auffälligste und zugleich das wichtigste Merkmal der rechtssprachlichen Syntax. In den beiden gegenübergestellten Rechtssprachen werden sie aber mit Hilfe unterschiedlicher grammatischer Sprachmittel konstruiert. Die Monographie beschreibt anhand zahlreicher Beispiele diverse Strukturbildungsmechanismen, prä- und postnominale Erweiterungsmöglichkeiten sowie verschiedene Hierarchiebeziehungen zwischen den einzelnen Elementen innerhalb der Nominalphrasen in der deutschen und polnischen Rechtssprache. Bei ihrer Analyse entwickelt die Autorin eine kontrastiv angelegte Strukturbeschreibung der Nominalphrasen in diesen beiden nationalen, normativ geprägten Rechtssprachen.

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2. Rechtssprachenforschung

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2. Rechtssprachenforschung

2.1. Stand der Rechtssprachenforschung

2.1.1. Rechtssprachenforschung in Deutschland

Die ersten sprachwissenschaftlich fundierten Ansätze zur Erforschung der Rechtssprache tauchen in Deutschland bereits im 19. Jahrhundert auf. So sind von den Anhängern der Historischen Rechtsschule16 starke Impulse für die an das Recht und seine Fachsprache orientierten Studien ausgegangen. Unter dem Einfluss ihrer rechtsbezogenen Grundthesen begann Jacob Grimm (1785–1863) die Rechtssprache auf der sprachgeschichtlichen Ebene zu erforschen. Als erstes bedeutendes Ergebnis seiner Überlegungen ist die Abhandlung: „Von der Poesie im Recht“ (1815) zu nennen. Aufbauend auf dem Grundgedanken, dass das Recht ursprünglich poetisch sei und am Anfang einer sprachlichen Überlieferung eines Volkes Lied bzw. Epos und/oder Recht bzw. Gesetz stünden, beschreibt er auf einer historischen Skala die Parallelen und Analogien zwischen diesen beiden Phänomenen (vgl. Sonderegger 1998:457). In den „Deutschen Rechtsaltertümern“ (1828) erweitert Grimm seine Untersuchungsperspektive um weitere Determinanten. Er betrachtet aus dem philologisch-historischen Blickwinkel die sog. Grammatik des Rechts, d. h. die die Rechtssprache kennzeichnenden Wörter, Formeln, Gebärden und Symbole (vgl. Schmidt-Wiegand 1998:73). Den Untersuchungen von Jacob Grimm kommt aus der Sicht der Sprach- und Rechtswissenschaft eine Schlüsselstellung zu. Sie bilden nämlich einen Ansatzpunkt für die nachfolgende deutsche Rechtssprachenforschung.17

Die im Laufe des 19. Jahrhunderts herausgegebenen Veröffentlichungen zur Rechtssprache beschäftigen sich vorwiegend mit der breit angelegten Erforschung des rechtsbezogenen Wortbestandes (vgl. Merk 1933:7). Diese Studien erreichen←21 | 22→ im Jahre 1896/97 ihren Höhepunkt...

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