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Gustav Mahler und die Spiritualität

Studien zur inneren und äußeren Biographie, zum Schaffen und zur Zeitgeschichte

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Edited By Alexander Odefey

Gustav Mahler war ein ungemein energischer Künstler. Sein berufliches Leben verbrachte er meistens intensiv probend und dirigierend. Seine recht abenteuerliche «äußere» Biographie liest sich wie ein Roman. Daneben existiert eine nicht weniger vielschichtige «innere» Biographie. Diese ist geprägt von literarischer Bildung, Religiosität und Weltanschauung im weitesten Sinne, aber auch Fragen der Ästhetik, die hier unter dem Begriff der Spiritualität vereint sind. Sie bildet den geistigen Hintergrund für seine Kompositionen. Der Band präsentiert die Ergebnisse einer Tagung in Hamburg zu dieser Thematik. Daneben enthält er Beiträge über Mahlers Beziehungen zu zwei Zeitgenossen: dem nahezu gleichaltrigen Edward Elgar und dem mehr als eine Generation jüngeren Erich Wolfgang Korngold.

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Gustav Mahler über die letzten Fragen (Constantin Floros)

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Constantin Floros

Gustav Mahler über die letzten Fragen

Abstract: Gustav Mahler was both a philosophic thinker and a religious artist. His chief philosophic interests were existential in nature and concerned the meaning of existence, the aporia of death, and the question of the afterlife. His intellectual curiosity aimed at fathoming the enigma of life and death. The problem of death was a favorite subject of his conversations with Siegfried Lipiner and Bruno Walter, although he was adamant in his belief in immortality.

Gustav Mahler war ein philosophischer Kopf und ein religiöser Künstler.1 Von vielen seiner Zeitgenossen wurde er als „philosophierender Sinfoniker“, als „Gottsucher“ und als „Mystiker“ rubriziert. Liest man seine Briefe und seine Gespräche mit seiner Vertrauten Natalie Bauer-Lechner, so staunt man nicht wenig über seine Nachdenklichkeit und Tiefsinnigkeit. Er war vielbelesen (bezeichnete sich als „Bücherfresser“) und machte sich ständig Gedanken über Gott und die Welt, über Musik und die Künste, über Komponisten und Interpretationsfragen, über Leben und Tod und vor allem über das Problem der Existenz. Man übertreibt nicht, wenn man behauptet, dass er durstig nach Erkenntnis war. Noch während seiner letzten Tage auf dem Krankenbett – so berichtet seine Frau – las er Das Problem des Lebens von Eduard von Hartmann – ein vieldiskutiertes philosophisches Werk, das 1906 erschien, das um das Thema Glück kreist und in dem die Illusion erörtert wird, dass nach dem irdischen Leben ein himmlisches komme, in dem...

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