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Die Genese volkswirtschaftlicher Inhalte sowie deren Status quo im Rahmen lernfeldbasierter Curricula des kaufmännischen Berufsbildungsbereichs

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Christoph Maus

Der Autor untersucht den Stellenwert volkswirtschaftlicher Inhalte innerhalb der kaufmännischen Berufsbildung. Während fachorientierte Lehrpläne durch enge inhaltliche Vorgaben gekennzeichnet sind, eröffnen lernfeldbasierte Rahmenlehrpläne mit Blick auf die unterrichtliche Umsetzung unterschiedliche inhaltliche Schwerpunktsetzungen. Der Autor zeichnet die fachliche Genese volkswirtschaftlicher Inhalte nach und prüft, welche Einflussfaktoren die unterrichtliche Relevanz volkswirtschaftlicher Inhalte beeinflussen. In diesem Rahmen stehen personelle Aspekte auf Seiten der Lehrpersonen sowie die Wirkung von Abschlussprüfungen im Fokus der Arbeit.

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2 Die volkswirtschaftliche Curriculargenese aus wirtschaftshistorischer Sicht

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2.1 Heterogene Themenimplementierung im schulischen und akademischen Bildungsbereich während des Merkantilismus

Die Darstellung der historischen Curriculumgenese erfolgt in chronologischer Form mit dem Ziel, die Entwicklung fachlicher Inhalte im Rahmen des jeweiligen Fächerkanons im Hinblick auf volkswirtschaftliche Inhalte aufzuzeigen. Eine flächendeckende Implementierung ausgewählter Inhalte innerhalb eines schulischen Fächerkanons bedingt zwei Voraussetzungen: Erstens müssen gesicherte Erkenntnisse der potentiellen Fachinhalte vorliegen, damit diese didaktisch aufbereitet implementiert werden können. Zweitens muss die curriculare Ausgestaltung des Schulsystems eine Implementierung der entsprechenden Inhalte ermöglichen. Beides entwickelt sich für volkswirtschaftliche Inhalte während des merkantilistischen Zeitalters, so dass die curriculare Genese volkswirtschaftlicher Inhalte bereits ab diesem Zeitpunkt nachvollzogen werden kann.115 ← 77 | 78 →

Die ersten Verpflichtungen zu einem Schulbesuch analog einer heutigen Berufsschule existieren ab dem Jahr 1656.116 In Sachsen-Gotha wird zu diesem Zeitpunkt eine Schulpflicht eingeführt, die nicht auf das Kindesalter beschränkt ist.117 Diese entspricht Sekundärschulbildung analog des heutigen Typus‘, da die Schulpflicht an die bereits bestehende Schulpflicht für Jüngere anschließt. „Der Aufbau eines Primärschulwesens […] gab erst den Weg für Sekundärschulen frei. Sonntagsschulen wurden nun im Anschluß an die Volksschule besucht. Damit wurden aus ihnen echte Vorläufer der Berufsschule“ (Thyssen 1954, S. 21). Die Verpflichtung zum Schulbesuch in Sachsen-Gotha bleibt kein Einzelfall, sondern andere Länder folgen diesem Beispiel in der Folgezeit, z.B. Preußen (im Jahr 1717), Württemberg (im Jahr 1739), Pforzheim/Stein (im Jahr 1755) und Bayern (im Jahr 1771)...

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