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Begriffene Geschichte – Geschichte begreifen

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Edited By Holger Thünemann, Jürgen Elvert, Christine Gundermann and Wolfgang Hasberg

Wer Geschichte in ihrem Wesen begriffen hat, der weiß, dass der Gegenwart immer eine Zukunft, dass dem Heute immer ein Morgen folgt. Jörn Rüsen hat sich mit dem einmal Erreichten nie zufrieden gegeben, sondern hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten seit seiner Promotion an der Universität zu Köln immer wieder zentrale wissenschaftliche Beiträge zum besseren Begreifen der Geschichte vorgelegt. Weggefährten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, die seinen Weg weiter verfolgen, knüpfen in diesem Band an Rüsens Œuvre an und setzen sich mit seinen geschichtstheoretischen, geschichtsdidaktischen und kulturwissenschaftlichen Positionen produktiv auseinander.

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Grußwort für die Festschrift zum 50. Promotionsjubiläum von Prof. em. Dr. phil. Jörn Rüsen

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Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der vorliegenden Festschrift wird Herr Prof. Dr. Jörn Rüsen, einer der renommiertesten Geschichtstheoretiker seiner Generation, zum 50. Jahrestag seiner Promotion an der Universität zu Köln geehrt.

„Kaum etwas könnte unzeitgemäßer sein, als über den Sinn der Geschichte nachzudenken und ihn gar noch mit der Vernunft zu verschwistern“, schrieb Jörn Rüsen im Jahr 1997. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb? – hat Jörn Rüsen in den letzten Jahrzehnten über die historische Vernunft, die Methodik der Geschichtswissenschaft und auch den Sinn der Geschichte im Rahmen der Geschichtskultur reflektiert, geforscht und gelehrt.

Jörn Rüsens Werke finden dabei auch international große Beachtung und Anerkennung. Die drei Bände seiner „Grundzüge der Historik“ wurden sogar ins Isländische übersetzt. Ob als Wissenschaftlicher Assistent in Braunschweig und Berlin oder später als Professor in Bochum, Bielefeld und Witten/Herdecke: Aus der Beschäftigung mit der Geschichtstheorie erwuchs folgerichtig und konsequent auch die Beschäftigung mit der Geschichtsdidaktik. Ein zentrales Konzept wurde dabei das der „Geschichtskultur“. Die Geschichtskultur „als praktisch wirksame Artikulation von Geschichtsbewusstsein im Leben einer Gesellschaft“ ist nach Rüsen dreidimensional. Die kognitive, die politische und die ästhetische Dimension sind dabei gerade in der öffentlichen Geschichtskultur – dem Umgang der Gesellschaft mit ihrer Geschichte – komplex miteinander verflochten und durchdringen sich gegenseitig. Eine sinnstiftende „historische Meistererzählung“ kann es für den Geschichtsunterricht demnach schon lange nicht mehr geben. ← 7 | 8...

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