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Begriffene Geschichte – Geschichte begreifen

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Edited By Holger Thünemann, Jürgen Elvert, Christine Gundermann and Wolfgang Hasberg

Wer Geschichte in ihrem Wesen begriffen hat, der weiß, dass der Gegenwart immer eine Zukunft, dass dem Heute immer ein Morgen folgt. Jörn Rüsen hat sich mit dem einmal Erreichten nie zufrieden gegeben, sondern hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten seit seiner Promotion an der Universität zu Köln immer wieder zentrale wissenschaftliche Beiträge zum besseren Begreifen der Geschichte vorgelegt. Weggefährten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, die seinen Weg weiter verfolgen, knüpfen in diesem Band an Rüsens Œuvre an und setzen sich mit seinen geschichtstheoretischen, geschichtsdidaktischen und kulturwissenschaftlichen Positionen produktiv auseinander.

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Globale Perspektiven als Herausforderung für die Geschichtswissenschaft

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Abstract Jürgen and Urte Kocka outline the potential of a global history perspective for both historical research and for teaching and learning history. Using examples from both fields, they point out that such a perspective can not only be applied to transnational comparisons and entangled histories, but also to regionally or nationally focused areas of research.

1. Herausforderung und Chance

Seit einigen Jahrzehnten haben Tendenzen zur Transnationalisierung und Globalisierung der geschichtswissenschaftlichen Arbeit erheblich zugenommen, zunächst in den USA und seit den 1990er Jahren auch in Deutschland und anderen Ländern. Man kann argumentieren, dass die globale Öffnung des geschichtswissenschaftlichen Blickwinkels der wichtigste Neuaufbruch war, der im Fach in den letzten zwei Jahrzehnten stattfand.1

Zwar hat die Globalgeschichte ungelöste Probleme. Es ist unklar, wie weit die globalgeschichtliche Öffnung des Faches am Ende reichen wird. Schließlich blicken Historiker und Historikerinnen gerne sehr genau auf das, was sie studieren. Sie möchten die Quellen in der Sprache lesen, in der sie geschrieben worden sind. Sie nehmen Kontexte ernst und glauben, dass es zum Verständnis vergangener Phänomene unabdingbar ist, deren Kontexte im Detail und mit großer Sorgfalt zu rekonstruieren. Insofern bestehen Spannungen zwischen etablierten Prinzipien der historischen Praxis auf der einen, der meist grobflächiger und großzügiger verfahrenden Globalgeschichte auf der anderen Seite. Manchmal wird hierzulande schon die Beschäftigung mit nicht-westlichen Gegenständen als Globalgeschichte bezeichnet, was problematisch ist. Für Historiker und Historikerinnen in nicht-westlichen...

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