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Begriffene Geschichte – Geschichte begreifen

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Edited By Holger Thünemann, Jürgen Elvert, Christine Gundermann and Wolfgang Hasberg

Wer Geschichte in ihrem Wesen begriffen hat, der weiß, dass der Gegenwart immer eine Zukunft, dass dem Heute immer ein Morgen folgt. Jörn Rüsen hat sich mit dem einmal Erreichten nie zufrieden gegeben, sondern hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten seit seiner Promotion an der Universität zu Köln immer wieder zentrale wissenschaftliche Beiträge zum besseren Begreifen der Geschichte vorgelegt. Weggefährten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, die seinen Weg weiter verfolgen, knüpfen in diesem Band an Rüsens Œuvre an und setzen sich mit seinen geschichtstheoretischen, geschichtsdidaktischen und kulturwissenschaftlichen Positionen produktiv auseinander.

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Erfahrungen mit der multi-, inter- und transkulturellen Dimension der Geschichtsdidaktik

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Abstract Drawing upon examples from his research experience, Bodo von Borries highlights the challenges and potentials inherent in inter- and transcultural cooperation. More than just a collection of amusing anecdotes, the article provides the reader with experience-based impulses to reflect on the limits of one’s cultural horizons and ways to broaden it.

1. Wissenschaft ist interkulturell und international, oder sie ist keine

Geschichtsforschung und -schreibung sind multi-, inter- und transkulturelle Angelegenheiten. In der Praxis gibt es zwar auch viele provinzielle, nationalistische und ethnozentrische Darstellungen, aber im Prinzip ist die Notwendigkeit anerkannt, Dokumente und Untersuchungen in vielen Sprachen zu benutzen1 und sich international/interkulturell intensiv zu vernetzen. Das schließt eine anhaltende faktische Unterbewertung zum Beispiel des Spanischen oder gar des Chinesischen keineswegs aus.

In der Geschichtstheorie (Historik) hat sich, wenn auch aus rein deutsch-geisteswissenschaftlicher Tradition (Dissertation zu Droysen) kommend,2 ← 175 | 176 → wohl niemand so intensiv um die multi-, inter- und transkulturelle Dimension verdient gemacht wie Jörn Rüsen, und das auch vor und nach seinem internationalen Forschungsprojekt zur „Historischen Sinnbildung“ am Zentrum für interdisziplinäre Forschung in Bielefeld 1994/95. Dennoch kann man die Spannweite der Themen und Kategorien an den (späteren) Sammelbänden gerade dieser Aktivität gut deutlich machen.3

Hierbei ging es um systematische Zugriffe, die freilich eine Prüfung voraussetzen, ob unter Historie überhaupt in allen Kulturen das Gleiche verstanden wird. Das ist keineswegs der Fall.4 Es erwies sich also als unbedingt notwendig, wenigstens f...

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