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Sein, Sinn und Werte

Phänomenologische und hermeneutische Perspektiven des europäischen Denkens

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Yvanka B. Raynova

Das zentrale Anliegen des Buches ist es zu zeigen, dass die Phänomenologie nicht nur aus dem Krisis-Denken entstanden ist, sondern, dass dieses es ihr auch ermöglicht hat, sich immer weiter zu entwickeln. Dadurch ist eine Vielzahl an phänomenologischen Richtungen und Methoden entstanden. Ferner wird gezeigt, inwiefern die Krise der Vernunft zu einer Krise des Sinns und des Seins führt, die wiederum die Werte infrage stellt und eine Wertkrise auslöst. Diese axiologische Unsicherheit, namentlich bei Sartre, Arendt, Ricœur und Derrida, spitzt sich in der Problematik der Verantwortung und des Menschlichen – die Menschenwürde und die Menschenrechte inbegriffen – besonders zu und mündet in die Notwendigkeit eines Umdenkens von Geschichte und Gemeinschaft.

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4. Von der Wahrheit des Seins zur Wahrheit des Ganzen

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4. Von der "Wahrheit des Seins"zur "Wahrheit des Ganzen"

In seinem Werk Existenzphilosophie von Kierkegaard zu Sartre stellt Leo Gabriel fest, dass "eine Philosophie als solche erst dann zu wirken beginnt, wenn sie aus der Mode gekommen ist, wenn sie die Sensation, die sie hervorrief, überstanden hat".1 Setzt man diese Äußerung in Verbindung zu seiner eigenen Philosophie, so taucht die Frage auf, inwiefern das integrale Denken die Probe der Zeit überstanden hat bzw. welche Lösungsansätze es für aktuelle Probleme und Fragestellungen anzubieten vermag. Augustinus Wucherer-Huldenfeld2 und Günther Pöltner3 weisen auf die Alternativen hin, die Gabriels integrale Logik im Kontext der postmodernen Debatten um Teil und Ganzes, Partikulares und Universales, Identität und Differenz, Uniformität und Pluralität eröffnet. Mein besonderes Anliegen besteht darin, zum einen die Bedeutung des integralen Denkens hinsichtlich einer alternativen phänomenologischen und hermeneutisch-translativen Theorie der Wahrheit sichtbar zu machen und zum anderen seine Aktualität im Kontext der gegenwärtigen Erweiterung Europas und der damit verbundenen Probleme der "Einheit" hervorzuheben.

Der folgende Beitrag beinhaltet zwei Teile. Im ersten wird Gabriels Auffassung von der Entwicklung und den Grundzügen der europäischen Geistesgeschichte untersucht, die für das Verständnis ← 106 | 107 → der Integralen Logik und Gabriels Europa-Vision von grundlegender Bedeutung ist. Im zweiten Teil wird die "Tendenz zum Konkreten", die sich nach Gabriel insbesondere in der Existenzphilosophie manifestiert hat und wesentliche Impulse für das integrale Denken lieferte, genauer analysiert. Es wird...

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