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Raumbegehren

Zum Flaneur bei W.G. Sebald und Walter Benjamin

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Eva Riedl

Trotz der Aufmerksamkeit, die den gehenden Protagonisten im Prosawerk W.G. Sebalds in der theoretischen Beschäftigung zugekommen ist, hat die Forschung diese bislang nur selten unter der Perspektive «Flaneur» untersucht. Die Autorin widmet sich Sebalds sorgsamen Inszenierungen dieser Fußreisen und verfolgt sie kritisch vor W.G. Sebalds Benjamin-Lektüre. Sie zeigt, dass die als widersprüchlich aufgefasste Aneignung der Figur durch Walter Benjamin eine Chance ist, das Zugleich von intensiven, im Übergang befindlichen und zerstörerischen Formen der Flanerie in Sebalds Texten aufzuzeigen. Der Flaneur ist ein auffälliger Körper: Wie dessen epiphanische, intensive und vernichtende Gesten in Sebalds theoretisches und literarisches Schreiben eingehen, verfolgt dieses Buch.

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II. „Sich die Mühe gemacht, Benjamins Buch […] zu lesen“: Sebalds Benjamin-Lektüren

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II.  „Sich die Mühe gemacht, Benjamins Buch […] zu lesen“: Sebalds Benjamin-Lektüren

II. 1  Zum Forschungsstand

Bereits eine nur kursorische Übersicht über die Häufigkeit, mit der Sebalds literaturwissenschaftliches Schreiben benjaminische Theorie aufruft, verdeutlicht dessen einzigartige Stellung in Sebalds Denken. Sebald operiert in den beiden als Essaysammlungen herausgegebenen Bänden zur österreichischen Literatur, Die Beschreibung des Unglücks wie Unheimliche Heimat, wesentlich mit Benjamin, was schon ein oberflächlicher Blick ins Fußnotenregister verrät. Auch in der späteren Sammlung Logis in einem Landhaus, dass ohne ein solches auskommen muß, tritt Benjamin unter den dortigen versammelten Kreis an ,Seelenverwandten‘, die Sebald ,körpernah‘ um sich etabliert.

Wie bereits die akademischen Qualifikationsarbeiten Sebalds zeigen, sind es die Schriften Adornos und Horkheimers, Marcuses, Blochs, Lukács und Benjamins, die in seinem literaturwissenschaftlichen Schreiben in Garantenstellung für sein auf kritische Offenlegung des Zivilisationsprozesses ausgerichteten Schreibprojekts treten.19

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